Paulownia | Blauglockenbaum, Kiribaum oder Kaiserbaum


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Paulownia in Rosenheim
Paulownia in Rosenheim


1. Kurzportrait

Paulownia, Blauglockenbaum, KiriBaum, Kaiserbaum

  • Eine der am schnellwüchsigsten Baumarten der Welt, 3 – 4 m Höhenzuwachs und 4,0 – 5,5 cm BHDs im ersten Wuchsjahr sind keine Seltenheit, nach 20 Jahren ist die Paulownia mit 15 m Höhe und knapp 2 Festmeter (!) hiebsreif (Eiche nach 20 Jahren 0,01 Festmeter) 
  • Ursprünglich aus Zentral- und Westchina, wird heute weltweit besonders in Plantagen kultiviert 
  • Die winterharte und trockenheitstolerante Laubbaumart benötigt viel Licht, ist aber als typische Pionierbaumart bei der Nährstoffversorgung anspruchslos und besitzt eine äußerst breite Standortspalette und ein hohes Regenerationsvermögen (besonders in jungen Jahren) 
  • Ist in der Lage durch ihr schnellwachsendes, weit- und tiefreichendes Wurzelsystem verschiedenste Bodentypen zu erschließen 
  • Als lichtliebende Baumart sehr konkurrenzschwach und nicht invasiv 
  • Sehr leichtes Spezialholz für vielerlei Anwendungsmöglichkeiten z. B. im Leicht-, Sauna-, Sportgeräte- und Möbelbau sowie in der Holzwerkstoffindustrie  

 

2. Warum Paulownia?

Das Wachstumswunder der Natur

 

In den letzten Jahren entwickelte die Paulownia immer mehr sein Image als den Klimabaum schlechthin. Diesem Ruf wird sie auf erstaunliche Art und Weise immer wieder gerecht. Der Baum kann unter besten Bedingungen bereits nach 10 Jahren geerntet werden und bietet in für einen Baum beachtlich kurzen Zeiträumen wertiges Schnittholz für vielerlei Anwendungen. Durch sein enorm schnelles Wachstum bindet er innerhalb von nur wenigen Jahren große Mengen an CO2. Zum Vergleich: nach 20 Jahren hat die Paulownia 1197 kg CO2 (!) gebunden, während eine Buche nur 40 kg und eine Eiche nur 26 kg CO2 binden konnte.  

 

Gerade im derzeitigem Klimawandel spielen produktive Wälder eine sehr wichtige Rolle als Kohlenstoffdioxid-Fixierer. Doch die aktuellen Klimabedingungen machen unseren Wäldern spürbar zu schaffen. Trockenstress, Sturmschäden, Waldbrände und Folgeschäden durch Erkrankungen und Insektenbefall belasten die Bäume sehr und bedrohen unsere wertvollen Ökosysteme und Holzvorräte. Die Zukunft unserer Umwelt ist ungewiss.  

Hier kommt unsere Paulownia ins Spiel, denn sie besitzt eine hohe Anpassungsfähigkeit an die kommenden und schon laufenden klimatischen Veränderungen und Extreme. Gegenüber Trockenheit und höhere Temperaturen zeigt sie sich sehr robust, gegenüber dem Standort zeigt sie sich weitgehend anspruchslos. Stürme stellen aufgrund des intensiven Wurzelsystems kein Problem dar und auch sehr tiefe Temperaturen werden toleriert. Falls jedoch Schäden auftauchen, wie zum Beispiel Schäden durch Spätfröste oder Wildverbiss, so besitzt sie ein starkes Regenerations- und Stockausschlagsvermögen. 

 

Wir bei der Paulownia Baumschule/ Cathaia wollen keineswegs bestehende Waldflächen ersetzen. Eher ist unser Ziel, den geschwächten Wäldern „unter die Arme zu greifen“, indem die robuste Paulownia einerseits geschädigte Flächen vor Erosion schützt, den Standort ökologisch aufwertet, eine optimale Lebensgrundlage für die kommende Flora und Fauna zu schaffen, und andererseits, den CO2-Ausstoß und den Holzbedarf durch schnell verfügbares und vielseitiges Holz zu kompensieren.  

 

Wir sehen die Paulownia als wichtigen und entscheidenden Anker im Klimawandel und haben es uns zur Aufgabe gemacht, unsere Überzeugung im Sinne der Nachhaltigkeit in die Praxis umzusetzen.  

 

 

3. Botanik

Die botanische Charakterisierung der Paulownia

 

Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)

Familie: Blauglockenbaumgewächse (Paulowniaceae)

Gattung: Paulownien (Paulownia)

Bezeichnungen: Paulownia, Paulownie, Blauglockenbaum, Kiri-Baum, Kaiserbaum, Smaragdbaum

 

Arten:            Paulownia artemis (Cathaia-Sorte)

                        Paulownia catalpifolia

                        Paulownia elongata

                        Paulownia fortunei

                        Paulownia Shan Tong (Hybrid)

                        Paulownia tomentosa

                        Paulownia 9501 (Hybrid)

                        (Sonstige: P. albiphloea, P. fargesii, P. kawakamii, P. taiwaniana)

                       

Verbreitung: ursprünglich aus den temperierten Klimazonen in den Höhenlagen 500 – 1800 m ü. NN in Zentral- und Westchina, sowie vereinzelt auch in Japan, Korea, Laos, Taiwan und Vietnam. Heute nahezu weltweit angebaut in Nordamerika, Zentralamerika, ganz Europa, Australien, Neuseeland, Nordafrika und im mittleren Osten.

Krone: breite, lockere und etagierte Krone mit häufig 2 – 3 Starkästen

Wuchshöhe: ca. 12 bis 15 m

Blätter: sommergrüner Laubbaum; Blätter gegenständig, lang gestielt, herz- bis eiförmig, ganzrandig oder schwach 3 – 5-lappig; sehr groß, in der Jugend bis zu 60 cm und mehr, später kleiner

Blüte: blauviolett und glockenförmig (Name!); Rispen an den Spitzen vorjähriger Triebe; zweihäusig

Blütezeit: April/ Mai vor dem Laubausbruch

Frucht: ledrige, eiförmige, zugespitzte Kapselfrucht, dessen Hülsen bis in den Winter hinein am Baum verbleiben; beinhaltet viele kleine, geflügelte Samen

Wurzelsystem: weitreichendes und tiefgründiges Pfahlwurzelsystem mit 3 – 4 stärkeren, gekrümmten Hauptwurzeln und zahlreichen Feinwurzeln

Höhe: 15 – 25 m

BHD: 0,35 – 2,00 m

Zuwachs: in den ersten 3 Jahren ca. 2-4m pro Jahr, danach ca. 1m

Alter: 60 – 70 (100) Jahre

 

 

4. Pflanzmaterial & Qualität

Kriterien für Qualitätspflanzen

 

Vorteil 2-jähriger Pflanzen 

Die Pflanzen wurden überwintert und abgehärtet und können bereits ab Mitte April gepflanzt werden.

 

Auf das Wurzelwerk kommt es an! 

Wir achten auf ein kräftiges Wurzelwerk mit einer sehr gut ausgerichteten Pfahlwurzel und umfangreichen Feinwurzelanteilen. Diese sind für einen schnellen und dauerhaften Wuchs wichtig. Wir setzen dabei auf Container mit Wurzelrippen, die den Wurzeldrehwuchs verhindern und dafür sorgen, dass sich die Pfahlwurzel der Paulownia nur nach unten entwickelt. Dadurch wächst die Paulownia auf dem Land besser an und verwurzelt sich schneller in die Tiefe. Je früher die Wurzeln das Grundwasser erreichen, umso schneller wächst die Paulownia und wird unempfindlicher gegen Witterungseinflüsse wie z.B. Trockenheit und tiefere Minusgrade.

 

Vorjahrestrieb

Der Vorjahrestrieb wird vor der Lieferung von uns zurückgeschnitten. Der Neuaustrieb erfolgt Anfang April, so dass die Pflanzen je nach Bestellzeitpunkt unterschiedliche Wuchshöhen aufweisen können.

 

Symbiotische Mykorrhiza

Unsere Pflanzen wurden mit Mykorrhiza symbiotisiert, die für eine bessere Widerstandsfähigkeit und Wuchskraft der Pflanzen sorgen. Die Mykorrhiza machen für die Pflanze Bodennährsalze und Mineralstoffe verfügbar, die sie sonst nicht erschließen könnte (z. B. Stickstoff, Phosphate oder Kalium). Im Gegenzug versorgt die Paulownia die Mykorrhiza mit kurzkettigen Sacchariden (Glucose bzw. Zucker), da die Mykorrhiza-Pilze nicht in der Lage sind komplexe Kohlenhydrate für den eigenen Stoffhaushalt verfügbar zu machen bzw. zu spalten.

 

 

5. Wie pflanzt man an?

Anpflanzung einer Paulownia Plantage

 

1. Pflanztermin

Die Paulownia Pflanzen können von Ende April bis Anfang Juli gepflanzt werden. Je früher die Pflanzung erfolgt, desto besser ist das für die Pflanzen. Bei Spätfrösten kann es nochmal zu Erfrierungen an den grünen Pflanzenteilen kommen, die Paulownia treibt dann aber nochmal aus der Wurzel neu aus.   

 

In den ersten Wochen nach der Pflanzung ist es ganz normal, dass die Paulownia nur langsam wächst, in dieser Zeit bildet sie ihr Wurzelwerk aus, aus dem sie später die Kraft für ihr schnelles Wachstum zieht. 

 

2. Bodenvorbereitung

Während die Bodenvorbereitung auf Ackerflächen sowohl großflächig oder punktuell durchgeführt werden kann, muss diese auf Grünlandflächen punktuell erfolgen. Generell sollte der Oberboden aufgelockert und Sperrschichten durchbrochen werden. Böden ohne Sperrschichten brauchen hingegen nicht übermäßig tief bearbeitet werden. Das Einbringen weiterer Erden/Substrate ist für gewöhnlich nicht notwendig. Als Faustregel bei der Tiefenlockerung gilt "nur handeln, wenn absolut notwendig". 

Vorhandene Sperrschichten durchbrechen

Oberboden auflockern, pflügen, grubbern, etc.

 

3. Abdeckmaßnahmen

Die Paulownia Jungpflanze kann sich in den ersten zwei Jahren kaum gegen Konkurrenzvegetation durchsetzen. Wichtig ist daher die Beseitigung der vegetativen Konkurrenz in einem Radius von mind. 0,5 m um die Pflanzstelle. Nach der Pflanzung sollte diese mit einer Mulchplatte aus PE Folie, Unkrautvlies, Silofolie oder Bändchengewebe von mindestens 1 x 1 m abgedeckt werden.

 

Schutzabdeckungen unterdrücken sowohl die Konkurrenzvegetation, schützen aber auch vor Verdunstung, erwärmen den Boden und machen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Unkrautbekämpfung überflüssig.

Pflanzsstelle mit 1 m² Mulchplatte etc. abdecken

Nicht abgedeckte und von Konkurrenzvegetation freigehaltene Bestände könnten mit höherer Wahrscheinlichkeit ausfallen 

 

4. Anbauschema

4.1 Für die Energieholzerzeugung

Für eine Paulownia-Plantage mit vierjährigem Umtrieb planen Sie mit einem 2 x 2 m Design. Aufgrund der Wurzeletablierung im ersten Jahr benötigt der erste Umtrieb ein Jahr länger. Sie benötigen 2500 Paulownien je Hektar.

 

4.2 Für eine Wertholzplantage

Eine Paulownia Wertholzplantage sollten Sie im Verband 2 x 4 m pflanzen, wofür Sie ca. 1250 Paulownien je Hektar benötigen. Ungefähr nach dem vierten Jahr wird die Plantage durchforstet und auf einen rechnerischen Abstand von 4 x 4 m eingestellt. Die zweite Durchforstung findet nach dem achten Jahr statt, bei dieser wird die Plantage auf den rechnerischen Zielabstand von 6 x 4 m gestellt. Ziel ist es, nach ca. 12 - 15 Jahren ein Bestand von 417 Wertholzbäumen (Zielbäumen) je Hektar zu haben. Schon in den ersten Jahren werden diese Zielbäume (Z-Bäume) selektiert und bei der Durchforstung besonders berücksichtigt.  

 

 

6. Den richtigen Standort wählen

Standortansprüche der Paulownia

 

Die Paulownia stellt kaum Ansprüche an den Boden und kann auch auf Grenzertragsböden angebaut werden. Die enormen Wuchsleistungen benötigen natürlich einen optimalen Boden, der ist jedoch selten vorhanden und kann zum Teil durch einfache Maßnahmen aufgewertet werden.

 

Optimale Voraussetzungen sind:

 

01.)  durchlässiger, sandiger bis leichter Lehmboden

02.)  Bodentiefe von mehr als 2 m, da die Paulownia ein tief wurzelt

03.)  Grundwasserspiegel zwischen 1,5 -9 m, keine Staunässe 

04.)  pH-Wert zwischen 4,5 bis 7,5

05.)  nährstoffreicher Boden

06.)  Niederschlagsmenge > 650 mm, ansonsten bewässern

07.)  Niedrigsttemperaturen von -24 °C

08.)  Höchsttemperatur von 50 °C, sehr trockenresistent

09.)  nicht zu windig

 

Zu den Punkten im Detail:

 

01.) Bodenart

Die Art eines Bodens definiert sich aus der Zusammensetzung von Sand, Schluff und Ton. Je nach ihrer historischen Entstehung weisen Böden ein ganz eigenes Verhältnis dieser drei Bodenarten auf, wodurch ihre Eigenschaften maßgeblich beeinflusst werden. Sandige Böden erwärmen sich schnell und haben eine hohe Luftdurchlässigkeit, dafür ist ihre Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe eingeschränkt. Tonreiche Böden hingegen sind kaum durchlässig für Luft und Wasser. Das in ihnen gespeicherte Wasser kann von Pflanzen nur schwer aufgenommen werden, dafür sind sie aber reich an Nährstoffen. Auf diesen Böden tritt häufig Staunässe auf, welche nachteilig für den Paulownia-Anbau ist.

 

Optimal für das Wachstum der meisten Pflanzen und somit auch der Paulownia sind schluffreiche Lehmböden. Doch auch weniger optimale Böden lassen sich mithilfe verschiedener Kulturtechniken für einen erfolgreichen Paulownia-Anbau anpassen. Eine sorgfältige Bonitierung des Standortes vor Anlage einer Plantage schafft hierbei Klarheit.

 

02.) Bodentiefe

Die Paulownia bildet ein tiefgründiges Pfahl- bis Herzwurzelsystem aus und benötigt dementsprechend einen tiefen Boden, um sich optimal verwurzeln zu können. Von einer Pflanzung in felsigen Gebieten ist abzuraten, jedenfalls wenn die schnellen Wuchsleistungen erreicht werden sollen. Gelegentlich wird Paulownia catalpifolia in gebirgigen Gebieten angepflanzt, um ein hochwertiges Furnierholz zu ernten. Diese Paulownia-Sorte ist langsam wachsender als ihre anderen Gattungsvertreter und entspricht durch ihre Wuchsdynamik mehr diesen schwierigen Standorten. Durch langsameres Wachstum werden die Jahrringe enger, wodurch der Wert und die Qualität von Furnierhölzern steigt. 

 

03.) Grundwasserspiegel

Die Paulownia mag einen leichten, trockenen Boden, verträgt aber keine Staunässe, deshalb sollte der Grundwasserspiegel erst bei 1,5 m beginnen. Die Pfahlwurzel der Paulownia kann bis ca. 15 m in die Tiefe wachsen. Mit dem Erreichen des Grundwassers kann sie sich selbst mit Wasser versorgen und ist kaum noch niederschlagsabhängig. Sollte die Paulownia in trockenen Gebieten bewässert werden, so kann die Bewässerung eingestellt werden, sobald das Wurzelwerk den Grundwasserspiegel erreicht.

 

04.) pH-Bereich

Ein pH-Bereich zwischen 5,5 bis 6,5 ist zwar ideal, unbedingt notwendig für eine gute Entwicklung der Pflanze ist dies jedoch nicht. Paulownien wurden erfolgreich auf Böden im pH-Bereich von 4,5 - 8 angebaut.

 

05.) Nährstoffe

Soll der Baum zügig wachsen, benötigt er entsprechende Nährstoffe. Diese können ihm durch einen Volldünger zugesetzt werden. Ein hoher Kalium-Anteil macht den Baum fit und verbessert die Kälteresistenz, Stickstoff fördert das schnelle Wachstum. Achten Sie darauf, eine Stickstoffdüngung nur zu Beginn der Vegetationsperiode vorzunehmen. Eine Düngung am Ende der Vegetationsperiode würde dazu führen, dass der Baum vor den ersten Frösten nicht mehr verholzen kann.

 

06.) Niederschlag

Nur in Gebieten mit weniger als 650 mm Niederschlag auf den Quadratmeter ist eine Bewässerung der Paulownia nötig. Die älteren Pflanzen versorgen sich über ihre tiefen, verzweigten Wurzeln weitgehend selbst.

 

07.) Niedrigsttemperatur

Es gibt verschiedene Paulownia-Sorten mit unterschiedlichen Kälteresistenzen, eine Übersicht finden Sie im Bereich Forstpflanzen auf dieser Website. Als besonders winterhart gelten P. Shan Tong und P. tomentosa.

 

08.) Höchsttemperatur

Die Paulownia zeichnet sich durch ihre hervorragende Trockenresistenz aus, sie kann Temperaturen von 50°C und längere Trockenperioden problemlos überstehen.

 

09.) Wind

In ihren frühen Jahren hat die Paulownia sehr große Blätter, die mit den Jahren aber kleiner werden. Deshalb ist sie in den ersten drei Jahren für Sturmwinde anfällig, diese können die Blätter abbrechen oder zerreißen. Die Schäden sind nicht dramatisch, die Paulownia erholt sich wieder, jedoch hemmen diese Schäden das Wachstum. Des Weiteren ist die Wuchsleistung der Paulownia in windgeschützten Gegenden besser, da Wind über die Blätter der Pflanze Feuchtigkeit und Wärme entzieht.

 

 

7. Düngung & Bewässerung

Was bei Düngung und Bewässerung zu beachten ist

 

1. Bodendüngung

Benutzen Sie für die Bodendüngung einen Volldünger. Die Düngung sollte Mitte Mai erfolgen. 

 

2. Bewässerung

Nach der Pflanzung sollte die Paulownia mit ausreichend Wasser gegossen werden. Je nach Witterungslage sollte dies ein paar Wochen lang regelmäßig wiederholt werden.

 

Die Verfügbarkeit von Wasser ist für das Wachstum entscheidend. Besonders in den ersten beiden Jahren, bis die Paulownia-Wurzeln so tiefe Erdschichten erreicht haben, sodass sich die Pflanze das benötigte Wasser selbst ziehen kann. Die Paulownia kommt zwar mit Trockenperioden sehr gut zurecht, kann ihr Wuchspotential aber nur bei guter Wasserversorgung ausschöpfen.

 

In Gegenden mit weniger als 650 mm Niederschlag auf einem Quadratmeter sollten Sie so lange bewässern, bis die Wurzeln das Grundwasser erreicht haben. Wie lange das dauert, hängt von dem jeweiligen Grundwasserspiegel ab. Als Bewässerungssystem hat sich eine Tröpfchenbewässerung bewährt. Es empfiehlt sich, die Paulownien nur 1 - 2-mal die Woche zu bewässern, dafür aber mit jeweils ca. 10 - 15 Liter Wasser. Wenn Sie eine Fläche dauerhaft mit wenig Wasser bewässern, so verteilt sich dieses nur in den oberen Erdschichten und die Wurzeln werden nicht dazu animiert, in die Tiefe zu wachsen. Bei einer seltenen, aber intensiveren Bewässerung sickert das Wasser in tiefere Erdschichten und animiert die Wurzeln so zu einem Tiefenwachstum.

 

 

8. Pflege und Durchforstung

Paulownia Pflegehinweise für gute Anbauerfolge

 

Für eine Plantagenbewirtschaftung eignet sich die Paulownia hervorragend. Im Wald kann die Paulownia zur Wiederaufforstung von Frei-, Sturm-, Stör- und Ackerflächen dienen und z. B. als Vorwald begründet werden. Auch bietet das ForstPlus-Konzept der Cathaia eine wirtschaftlich und ökologisch interessante Möglichkeit, Rückegassen zwischen den Durchforstungsmaßnahmen angrenzender Bestände sinnvoll mit einem Anbau der Paulownia zu nutzen und sogar die dort herrschenden Bodenbedingungen (Verdichtung, Nässe) deutlich zu verbessern. Beim nächsten Eingriff im Hauptbestand können die schnellwüchsigen Paulownien in den Rückegassen bereits geerntet werden. Im geschlossenen Bestand eignet ein Paulownia-Anbau nicht, da die Jungpflanzen mit jeglicher Konkurrenzsituation nicht zurechtkommen.

Wird die Paulownia für die Wertholzproduktion angepflanzt, so sollten einige Pflegehinweise beachtet werden, um optimale Pflanzerfolge zu erzielen. 

 

Förderung eines geraden Stammwachstums

 

1. Rückschnitt des Paulownia-Triebes nach dem ersten Jahr

 

Paulownia hat die Eigenschaft im Jahr ihrer Pflanzung den Hauptteil ihrer Wachstumsressourcen in den Ausbau ihres Wurzelwerks zu stecken. Dabei wird die Ausbildung des Haupttriebes gegenüber dem Potential der Pflanze vernachlässigt. Die Physiologie des Haupttriebs ist aber maßgeblich entscheidend zur Erlangung maximaler Zuwächse sowie zur Bildung hochwertigen Holzes. Mit dem Trieb des ersten Jahres lassen sich diese beiden Ziele aber nicht sicher erreichen. Für die optimale Entwicklung der Pflanze ist es empfehlenswert, den Paulownia-Trieb im zweiten Jahr zurückzuschneiden. Im ersten Jahr soll die Pflanze nur ihr Wurzelwerk etablieren. Der Trieb ist nicht so dick und stabil wie der nach einem Rückschnitt nachwachsende Trieb. Besonders bei der Wertholzerzeugung sollte dies beachtet werden.

Daher werden die Paulownien vor Beginn des zweiten Wuchsjahres komplett bis zur Erdoberfläche zurückgeschnitten. Mit Beginn der neuen Vegetationszeit schlägt dann ein neuer Trieb direkt aus dem Wurzelstock aus, welcher den alten, zurückgeschnittenen Trieb sehr schnell an Dicke und Wuchshöhe übertrifft. Durch seinen größeren Durchmesser ist er in der Lage genügend Wasser und Nährstoffe zu transportieren, um das Wuchspotenzial der Paulownia voll auszuschöpfen. Regelmäßig erreicht dieser Trieb eine Wuchshöhe von ca. 3 – 4 m, der sich durch einen absolut geraden Wuchs und Astfreiheit auszeichnet und somit die Bildung von Wertholz in diesem Stammabschnitt absichert. Selbst wenn die Paulownien bereits im ersten Jahr einen sehr ansehnlichen Aufwuchs gebildet haben sollten, ist grundsätzlich ein Rückschnitt durchzuführen. Stammfehler und Wuchsminderungen aufgrund eines nicht durchgeführten Rückschnitts lassen sich in der Regel erst zu einem Zeitpunkt erkennen, an dem ihre Korrektur mit nicht unerheblichen Verlusten und Kosten verbunden ist.

 

 

2. Zurückgefrorene Paulownia-Triebe

 

Auch in Regionen mit relativ milden Wintern frieren im Regelfall die obersten 10 – 15 cm des Triebes zurück. Grund hierfür ist, dass die Paulownia aufgrund ihrer Physiologie nicht in der Lage ist dieses junge Gewebe bis zum Ende der Vegetationszeit ausreichend zu verholzen.

Mit der Triebspitze erfriert hierbei auch die so genannte Terminalknospe, also jene Knospe, die den Trieb senkrecht nach oben wachsen lässt. Mit Beginn des neuen Frühjahres treiben nun Seitenknospen unterhalb der zurückgefrorenen Stammteile aus. Paulownia weist einen dipodialen Wuchs auf, d.h. es stehen sich immer zwei Seitenknospen rechts und links vom Terminaltrieb gegenüber. Beide Knospen würden nun gleichmäßig austreiben und als Seitenäste weiter in die Höhe wachsen, wodurch der Haupttrieb nicht weiter in seiner Höhe verlängert werden würde. Dieses Wuchsbild erinnert an eine Gabel.

Zur Erzeugung von Wertholz ist jedoch ein möglichst langer und gerader Stamm erwünscht. Ähnlich wie der Rückschnitt der Triebe aus dem Pflanzjahr muss im Frühjahr die erfrorene Triebspitze zurückgeschnitten und einer der beiden neuen Seitentriebe entfernt werden. Die Paulownia wird nun ihre Wuchskraft auf den einen verbleibenden Seitentrieb konzentrieren, welcher dadurch in der Regel senkrecht und kräftig weiter wächst und somit den Stamm in der Höhe verlängert. Diese Pflegemaßnahmen ist so lange durchzuführen, bis die gewünschte Stammhöhe erreicht wird. In der Regel ist dies nach dem zweiten und teilweise auch nach dem dritten Jahr nötig.

 

 

3. Keine Konkurrenzvegetation um die Paulownia

 

Besonders in ihrer Jugendphase ist Paulownia eine sehr konkurrenzschwache Pflanze. Daher ist besonders innerhalb der ersten 2 - 3 Jahre auf die regelmäßige Entfernung jeglicher Konkurrenzvegetation rund um die Pflanze zu achten.

 

 

4. Asten und Ausgeizen der Paulownia

 

Nur durchgängig astreines Holz erzielt als Wertholz höchste Erlöse. Eingewachsene Äste, auch wenn sie sehr tief liegen, stellen ein Qualitätsmangel dar, welcher zu erheblichen Preisabschlägen führen kann. Astfreiheit lässt sich am besten erzielen, indem bereits am noch grünen Trieb austreibende Seitenknospen oberhalb der Blätter regelmäßig entfernt werden. Werden die Seitenknospen in diesem frühen Stadium entfernt, hinterlassen Sie keinerlei wertmindernde Spuren im Holz. Zudem ist die Entfernung dieser jungen Triebe mit deutlich weniger Arbeitsaufwand und daher sehr viel kostengünstiger zu erledigen als dies bei einer Astung der Fall wäre.

 

 

5. Durchforstung

  • Erste Durchforstung (nach ca. 4 Jahren): die Abstände werden auf 4 x 4 m reduziert und die erste Z-Baumauswahl erfolgt. Die Astung wird weiterhin durchgeführt
  • Zweite Durchforstung (nach ca. 8 Jahren): erneute Reduzierung der Abstände auf 6 x 4 m. Die Astung wird weiterhin durchgeführt.
  • Endnutzung (nach 12 – 15 Jahren): Ziel sind ca. 417 Z-Bäume je Hektar

Z-Bäume sollten vital, frei von Schäden,  qualitativ hochwertig (wipfel- und geradschäftig, feinastig) und möglichst gleichmäßig auf der Fläche verteilt sein. 

 

 

9. Schadrisiken

Welche Paulownia Schadrisiken sind derzeit bekannt?

 

Gegen biotische Schadrisiken gilt der Blauglockenbaum weltweit als resistent. Bisher wurden keine auf die Paulownia spezialisierten und pathologischen Schaderreger registriert. Wurzel- und Leimlingsfäulen können bei Jungpflanzen auftreten. In Osteuropa konnte der Pilz Striegelige Tramete (Trametes hirsuta) stärkere Ast- und Stammschäden verursachen. Gegen den in der Forstwirtschaft gefürchteten Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) erwies sich die Paulownia bisher sowohl im Ursprungsgebiet als auch in Mitteleuropa als resistent.

 

Die häufigste, relevante Krankheit ist die Hexenbesen-Krankheit (Verzweigungshypertrophie), welche durch die die Übertragung von Mykoplasmen durch pflanzensaugende Insekten (z. B. Halyomorpha picus) übertragen wird. Die Folgen sind hohe Mortalitätsraten bei jungen, und beträchtliche Zuwachsverluste bei älteren Bäumen.

 

Der Blauglockenbaum wird aufgrund der nährstoffreichen und großen Blätter gerne verbissen, verträgt aber aufgrund seiner enormen Regenerationsfähigkeit sehr hohe Wilddichten.

 

Gegenüber abiotischen Schadfaktoren zeigt sich die Paulownia erstaunlich resistent. Lediglich hohe Windstärken könnten dem Baum besonders in jungen Jahren zu schaffen machen, da die Pflanze durch ihr schnelles Wachstum schnell in windexponierte Höhen wächst und dort durch ihr leichtes Gewicht gefährdet ist.

 

 

10. Erneuerbarer Energieträger

Die Paulownia als erneuerbarer Energierohstoff

 

Biomasse

 

In Deutschland sind Paulownia-Anpflanzungen, trotz hoher Biomasse-Erträge, als Energieholzplantagen noch nicht sehr verbreitet. Im Gegensatz zu ihrem Heimatland China, wo sie schon seit Jahrtausenden als Energielieferant angebaut wird. Doch das Interesse am Holz der Paulownia als Biomasserohstoff wächst. Dies liegt an den sich wandelnden Bedürfnissen der Bevölkerung, aber auch an erfolgreichen Anbauversuchen von Universitäten und Privatinvestoren.

 

Holz- und Pellet-Heizungen werden speziell in Deutschland immer beliebter. Die Pellets werden meist aus dem Restholz der Wertholzgewinnung oder aus dem Holz von Energieholzplantagen hergestellt. Künftig wird das Altholz nicht mehr ausreichen, um der steigendenden Nachfrage gerecht zu werden, weshalb Energieholzplantagen im Kurzumtrieb wichtiger werden sollten. Auch gibt es immer mehr industrielle Biomassekraftwerke, was ebenfalls zu einer Nachfrageerhöhung bei Hackschnitzeln und Biomasse führen wird. Daraus sollte ein kurz- bis mittelfristiger Preisanstieg für den Rohstoff Holz resultieren.

 

Die Paulownia ist der ideale Baum für Kurzumtriebsplantagen. Im Vergleich zu Pappel und Weide ist der Biomassezuwachs einer Paulownia-Plantage um bis zu 30 Prozent höher.

Auch in Bezug auf ihre Trocknungsfähigkeit ist sie unschlagbar, so hat sie schon nach 30 - 60 Tagen Lufttrocknung im Freien einen Feuchtigkeitsanteil von 10 – 12 % erreicht und kann effizient verbrannt werden. Bei der Trocknung im Ofen wird dieser Wert nach ca. 24 - 48 Stunden erreicht. Im Gegensatz zu Pappel und Weide verbrennt sie sauberer, hinterlässt weniger Asche und kann deshalb auch gut als Kaminholz verwendet werden. 

(siehe Energieholzproduktion in der Landwirtschaft)

 

Nicht zuletzt haben wohl diese vielen positiven Eigenschaften auch RWE von der Paulownia überzeugt. RWE hat in Europa bereits mehrere hundert Hektar Paulownia-Plantagen angebaut.

 

 

Was sind Kurzumtriebsplantagen (KUP)?

 

Kurzumtriebsplantagen (KUP) sind Holzfelder, auf denen schnell wachsende Baumarten, in Deutschland derzeit vor allem Pappel und Weide, angepflanzt werden. Kurzumtriebsplantagen sind kein Wald, sofern sie innerhalb von zwanzig Jahren nach der Pflanzung abgeerntet werden. Somit werden sie rechtlich wie eine landwirtschaftlich genutzte Fläche behandelt und unterliegen nicht den komplizierten Bestimmungen der Forstgesetze. Im Zuge der Entwicklung nachhaltiger Energiequellen und des Klimawandels wird diese alternative Landnutzung immer interessanter.

 

 

Wozu Kurzumtriebsplantagen?

 

Durch sich verknappende fossile Rohstoffe und steigende Energiepreise werden schnell nachwachsende Rohstoffe für die Energiegewinnung zunehmend wichtiger. Ziel einer Kurzumtriebsplantage ist es, Holz als nachwachsenden Rohstoff innerhalb kurzer Zeit – meist zwischen drei und zehn Jahren – zu gewinnen. Das geschlagene Holz einer KUP wird vor allem zu Holzpellets und Hackschnitzeln verarbeitet.

 

 

Die Paulownia als Kurzumtriebsplantagenbaum

 

Für KUP sind nur schnell wachsende Gehölze interessant. Die am schnellsten wachsenden heimischen Bäume sind Pappel und Weide. Entsprechend häufig werden sie auf den in Deutschland und Mitteleuropa noch relativ seltenen KUP angepflanzt. Noch schneller als Pappel und Weide wächst die Paulownia. Ihr jährlicher Holzzuwachs ist unerreicht, ihre Umtriebszeit alternativlos gering. Genauso wie Pappel und Weide besitzt sie ein hohes Stockausschlagsvermögen und kann sich erstaunlich schnell von potenziellen Schäden regenerieren.

 

 

Ökologische Bedeutung einer KUP

 

Gegenüber landwirtschaftlicher Nutzung wird der Boden einer KUP weniger stark belastet, Pestizide werden kaum eingesetzt. Auch bietet eine KUP gegenüber landwirtschaftlicher Nutzung ungleich mehr Tierarten einen potenziellen Lebensraum. Kurzumtriebsplantagen sind allerdings Monokulturen, sie beeinflussen das Landschaftsbild negativ und sind im Vergleich zu Wäldern weitaus nutzungsintensiver und bieten eine nur sehr geringe Biodiversität, da sich in der kurzen Umtriebszeit nur wenige Ökosysteme richtig etablieren können.

 

 

Behördliche Genehmigung zur Anlage einer KUP

 

Nur in Bayern und Baden-Württemberg muss die Anlage einer KUP behördlich genehmigt werden. In allen anderen Bundesländern sind KUP genehmigungsfrei.

 

 

Vorteile einer Paulownia-Energieholzplantage

 

Das Holz der Paulownia dient der Hackschnitzel- und Pelletherstellung. Hierfür werden sowohl der Stamm wie auch die Zweige verarbeitet. Die Hackschnitzel und Pellets finden in kleinen, privaten Haushalten aber auch in großen, industriellen Anlagen Verwendung.

 

 

Die Vorteile sind:

 

1.) Für die Paulownia-Energieholzproduktion kann die gesamte Biomasse genutzt werden

2.) Die Paulownia kann auf Grenzertragsböden angepflanzt werden, maximiert deren Deckungsbeitrag und verbessert die Bodeneigenschaften

3.) Paulownia-Plantagen sind ökologisch sinnvoll, da diese auf zuvor oft extensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen angepflanzt werden und so Tieren einen längerfristigen Lebensbereich bieten

4.) Paulownia-Energieholzplantagen erfordern nur geringe Kosten für Pflege, Anbau, Düngung, Bewässerung, usw.

5.) Die Paulownia treibt nach der Ernte wieder aus dem Stock aus, sie muss nicht nachgepflanzt werden

 

 

11. Ist die Paulownia invasiv?

Betrachtung des Invasivitätsrisikos der Paulownia

 

Nach unseren Erkenntnissen und der aktuellen wissenschaftlichen Forschung gibt es im deutschsprachigen Raum kein Invasivitätsrisiko mit der als Blauglockenbaum bekannte Paulownia-Art Paulownia tomentosa.

Es gibt zwar verschiedene Paulownia Arten und Hybridzüchtungen, die sich durch eine noch viel geringere Reproduktionsfähigkeit als die Paulownia tomentosa auszeichnen und auch hauptsächlich in der Plantagenwirtschaft und auf Grünland eingesetzt werden, dennoch wird im deutschsprachigen Raum fast ausschließlich das Invasivitätsverhalten der Paulownia tomentosa untersucht.

 

Auch wenn wir für unsere Plantagen und Anlagen auf Grünland nicht auf die Paulownia tomentosa, sondern auf eigene Hybridzüchtungen zurückgreifen, möchten wir in diesem Beitrag auf das Invasivitätspotential der Paulownia tomentosa eingehen und ihre Unbedenklichkeit nachweisen. Nach unserer Einschätzung gehört die Paulownia tomentosa auf die Weiße Liste des Bundesamt für Naturschatz (BfN).

 

Das BfN führt die Paulownia tomentosa derzeit noch auf der Grauen Beobachtungsliste, was aber für eine nicht einheimische Baumart nichts ungewöhnliches und der reinen Vorsicht geschuldet ist. Auch wenn die Paulownia schon seit über 170 Jahren in Europa und Deutschland angebaut wird, gilt sie immer noch als nicht einheimische Baumart. Hier spielen aber auch der Kriterienkatalog des BfN eine Rolle, der am 04.06.2014 21 Forstwissenschaftler dazu veranlasste über den Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) ihre erheblichen Zweifel an der im BfN-Skript vorgenommenen naturschutzfachlichen Invasivitätsbewertung zum Ausdruck zu bringen.

 

Zu den erheblichen Mängeln, die Zweifel an der Objektivität des Verfahrens aufkommen

ließen, zählten u. a.:

 

• eine zweifelhafte Auswahl von Schadensindikatoren

• eine unzureichende Berücksichtigung ausbreitungsbiologischer Eigenschaften

• eine fragwürdige Absicherung der Invasivitätseinstufung bei mehreren Baumarten

• eine nicht vollständige und damit nicht sachgerechte, weil unausgewogene Berücksichtigung der Fachliteratur

• wenig zielführende Verallgemeinerungen lokaler Biodiversitätsgefährdungen

• eine einseitige Betrachtung von Ursache/Wirkungs-Beziehungen bei der Gefährdung

von Arten

 

Wir schließen uns der Ansicht der 21 Forstwissenschaftler an, dass eine wissenschaftlich fundierte und objektive Bewertung des Invasivitätspotenzials nicht-heimischer Baumarten zweifelsohne ein wichtiges Instrument zur Erhaltung der Biodiversität und zur Sicherung einer umweltgerechten Landnutzung darstellt. Um jedoch Fehleinschätzungen mit weitreichenden negativen Folgen für die Wirkungen und Leistungen von Wäldern und der Forstwirtschaft zu vermeiden, sind hohe Ansprüche an die wissenschaftliche Qualität und Präzision der Invasivitätsbewertung und der zugrunde liegenden Methoden zu stellen.

 

Auch wir haben uns das Skript des BfN angeschaut und unter Berücksichtigung unserer fachlichen Erkenntnisse kommentiert. 

 

 

Für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen

Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen

 

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung

Paulownia tomentosa – Chinesischer Blauglockenbaum

 

Systematik und Nomenklatur:  

Paulownia tomentosa (Thunb.) Steud., 1841, Chinesischer Blauglockenbaum

 

Synonyme: Bignonia tomentosa, Paulownia imperialis; Kaiser-Paulownie, Kiribaum Spermatophyta, Paulowniaceae

Lebensraum: Terrestrischer Lebensraum

Status: Etabliert

Ursprüngliches Areal: China

Einführungsweise: Absichtlich

Einfuhrvektoren: Gartenbau

Ersteinbringung: 1843

1843 in Hamburg im Handel angeboten (Speidel 1843). 1834 erstmals in Europa (Frankreich) kultiviert (Neubert 1849).

Erstnachweis: Um 1926

1976 wurde in Geisenheim (Hessen) ein etwa 50jähriges Exemplar aus spontanem Aufwuchs nachgewiesen (Kiermeier 1977). Mehrere verwilderte Exemplare 1983 in Heidelberg belegt (Nowack 1987).

 

 

Einstufungsergebnis: Potenziell invasive Art
– Graue Liste / Beobachtungsliste

 

  Kommentar: Diese Beobachtungsliste enthält jene gebietsfremde Arten, für die Hinweise vorliegen, dass sie auf Grund artspezifischer Gegebenheiten entweder heimische Arten direkt gefährden oder Lebensräume so verändern können, dass diese (indirekt) heimische Arten gefährden. Die "Hinweise", warum die Paulownia tomentosa auf die Beobachtungsliste aufgenommen wurden beziehen sich auf Arbeiten aus den USA, wo eine Verbreitung auf Ruderalflächen thematisiert wird. In diesen Arbeiten wurde aber keine unkontrollierte Ausbreitung der Paulownia tomentosa in naturnahen Ökosystemen festgestellt.  

 

 

A) Gefährdung der Biodiversität mit vergebener Wertstufe

 

  Kommentar: Negative Auswirkungen der Biodiversität in Form von einer Gefährdung heimischer Arten werden durch die nachfolgenden Schadensindikatoren bestimmt.

 

 

Interspezifische Konkurrenz - Wertstufe Unbekannt

Konkurriert in gestörten Wäldern, auf Felsen und an Ufern mit heimischen Arten (USA, Remaley 2005), in Deutschland bisher nur auf Ruderalstandorten beobachtet (Richter & Böcker 2001). Ob die Erfahrungen aus den USA auf Deutschland übertragen werden können, ist derzeit unbekannt.

  Kommentar: Die Paulownia tomentosa gilt als Pionierbaumart, welche aber im weiteren Verlauf der Sukzession anderen Arten unterlegen ist.

 

Prädation und Herbivorie - Wertstufe Nicht beurteilt

  Kommentar: Ist bei Pflanzen nicht vorhanden und wurde somit als „nicht beurteilt“ bestimmt.

 

Hybridisierung - Wertstufe Nein

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gefährdung heimischer Arten bekannt. 

   Kommentar: Da es zu keinem genetischen Austausch zwischen einer heimischen Art und der Paulownia gekommen ist.

 

Krankheits- und Organismenübertragung - Wertstufe Nein

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gefährdung heimischer Arten bekannt.

 

Negative ökosystemare Auswirkungen - Wertstufe Unbekannt

Veränderung von Vegetationsstrukturen (auf Felsstandorten, USA, Remaley 2005; Bildung von Sekundärwäldern auf Bahnflächen Südwestdeutschlands, Adolphi pers. Mitt.). Ob eine Gefährdung heimischer Arten besteht, ist unbekannt.

  Kommentar: Positiver Einfluss auf Erosion (stabiles Wurzelwerk) und ein positiver Einfluss auf die Nährstoffdynamik (tiefe Wurzeln verhindern Nährstoffauswaschung und fördern Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten wieder nach oben).

 

 

B) Zusatzkriterien

 

Aktuelle Verbreitung - Wertstufe Kleinräumig

Größere Bestände nur in Baden-Württemberg (Richter & Böcker 2001, Richter 2002) und in Hessen (Keil & Loos 2004), in anderen Gebieten selten (Keil & Loos 2004, Essl 2007), Vorkommen in angrenzenden Ländern (Belgien, Frankreich, Österreich, Schweiz, DAISIE 2013).

  Kommentar: Die Vorkommen in anderen Ländern sind entweder Kurzumtriebsplantagen oder Zierbäume in Parks und Städten. Kleinräumig bedeutet, dass die Art auf unter 1% der Gesamtfläche in Deutschland vorkommt.

 

Maßnahmen - Wertstufe Vorhanden

Mechanische Bekämpfung (Umschneiden, Ringeln, Roden, wegen des hohen Stockausschlagvermögens ist nur das Roden mit Wurzeln erfolgreich, Remaley 2005), Chemische Bekämpfung (Herbizide), Verhinderung absichtlicher Ausbringung (Remaley 2005), Sonstiges (Öf-fentlichkeitsarbeit).

  Kommentar: Die Bekämpfung ist kein Problem und kann jederzeit zu einer vollständigen Beseitigung mit vertretbaren Aufwand erfolgen. Zudem verliert die Paulownia gegen jede schattentolerante Pflanze in der Jugendphase. 

 

 

C) Biologisch-ökologische Zusatzkriterien

 

  Kommentar: Die Angaben in diesem Kapitel fungieren ausschließlich für die Einstufung in der Beobachtungsliste als zusätzliche Einstufungskriterien.

 

Vorkommen in natürlichen, naturnahen und sonstigen naturschutzfachlich wertvollen Lebensräumen - Wertstufe Ja

Bisher überwiegend auf städtischen Ruderalflächen und in Mauerritzen (Richter 2002), sehr selten auf Waldlichtungen und an Flussufern, in Niederwäldern und in natürlicher Felsvegetation (Österreich, Essl 2007; Schweiz,Landolt 1993; USA, ISSG 2005).

  Kommentar: Eher „Nein“, da die Paulownia diese Gebiete nicht regelmäßig besiedelt. Zudem sind Forste, städtische Gebiete und Agrarflächen davon ausgenommen.

 

Reproduktionspotenzial - Wertstufe Hoch

Ein Baum kann bis zu 20 Millionen Samen im Jahr produzieren, Sämlinge fruktifizieren nach 8-10 Jahren, hohes Stockausschlagvermögen (ISSG 2005, Remaley 2005).

  Kommentar: Die Samen benötigen zur Keimung erhöhte Umgebungstemperaturen. Dies ist unter jetzigen Klimabedingungen nur im Gewächshaus möglich, da die optimale Bedingungen für eine Keimung von der Lichtintensität, der Feuchtigkeit, Konkurrenzlosigkeit und einer hohen Temperatur abhängen. Der Wert wurde als „Hoch“ eingestuft, da die Paulownia mehr als 1000 Samen/ Jahr produziert. Dieser Grenzwert ist von BfN festgelegt worden. Untersuchungen in Deutschland hinsichtlich der Keim- und Überlebensquote im Freiland ergaben jedoch eine Überlebensquoten von 0%.

 

Ausbreitungspotenzial - Wertstufe Hoch

Fernausbreitung der geflügelten Samen durch Wind und Wasser (Kumar et al. 1999), im Handel (Gartenbau, Forst) verfügbar (PPP-Index 2013).

  Kommentar: Die Fernausbreitung beträgt etwa 200 m vom Mutterbaum. Das Ausbreitungspotenzial ist eher durch die aktuelle Nutzung als Wirtschaftsbaumart als hoch einzuschätzen und nicht aufgrund einer unkontrollierten Verbreitung.

 

Aktueller Ausbreitungsverlauf - Wertstufe Expansiv

Breitet sich in warmen Tieflagen Deutschlands langsam aus (Richter & Böcker 2001, Keil & Loos 2004), in Österreich und in der Schweiz rasche Zunahme in den letzten 15 Jahren (Essl 2007).

  Kommentar: Die rasche Zunahme wird dadurch erklärt, dass seit 1990 etwa 200 neue Funde von Paulownia in Österreich verzeichnet wurden. Für eine Baumart die seit 170 Jahren in Deutschland und Österreich verbreitet ist, ist die Fallzahl von 200 Funden so gering, dass man hier nicht von einem expansiven Ausbreitungsverlauf sprechen kann. Gleichzeitig geht dieser Wert mit einer stärkeren Etablierung der Paulownia als Wirtschaftsbaumart einher und der künstlichen Anpflanzung der Paulownia zu Testzwecken, von den Privatwaldbesitzern im vom Borkenkäfer geschädigten Forst.   

 

Monopolisierung von Ressourcen - Wertstufe Ja

Monopolisierung von Raum und Licht durch schnelles Wachstum und einer Zunahme der Biomasse (USA, ISSG 2005).

 

Förderung durch Klimawandel - Wertstufe Ja

Förderung des Invasionsrisikos durch Klimawandel wird angenommen (Essl 2007, Kleinbauer et al. 2010).

  Kommentar: Der Klimawandel ändert nichts an der schwachen Konkurrenzfähigkeit der Paulownia Keimlinge gegenüber anderen Pflanzen und bewirkt kein gesteigertes, potenzielles Invasivitätsrisiko bei einer Erderwärmung. In den wärmeren Gebieten Südeuropas wird die Paulownia tomentosa ebenfalls seit über 170 Jahren angebaut und auch aus diesen Gebieten gibt es keine Invasivitätsbeobachtungen in naturnahen, ungestörten Naturräumen. 

 

 

D) Ergänzende Angaben

 

Negative ökonomische Auswirkungen - Wertstufe Ja

Forstwirtschaft, (USA, ISSG 2005, Remaley 2005), über Schäden in Mauern und an Gebäuden ist bisher nichts bekannt.

  Kommentar: In der Arbeit wird lediglich auf einen Schaden auf einer Ruderalfläche eingegangen, hier eine Mauer. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Mauer bereits eine Vorschädigung hatte, also verwahrlost und nicht gepflegt wurde, da es ansonsten für die Paulownia nicht möglich gewesen wäre hier einen nennenswerten Schaden anzurichten. 

 

Positive ökonomische Auswirkungen - Wertstufe Ja

Gartenbau, Forstwirtschaft (hohe Holzpreise, Schmuckholz, Hu 1961), Rekultivierung (USA, ISSG 2005).

  Kommentar: Die Paulownia gilt als eine der am schnellsten wachsenden Baumarten der Welt, welche eine sehr gute Holzqualität besitzt und deren Holz hochpreisig gehandelt wird. Durch Paulowniaholz können tropische und subtropische Hölzer wie z.B. Abachiholz substituiert werden, hierdurch werden bestehende Naturwälder vor unkontrollierten Raubbau und Rodung bewahrt. 

 

Negative gesundheitliche Auswirkungen - Wertstufe Keine

 

Wissenslücken und Forschungsbedarf - Wertstufe Ja

Langfristige Invasivitätsrisiken in naturnahen Lebensräumen. 

  Kommentar: Neue Forschungsergebnisse grenzen die Invasivität auf urbane Bereiche ein, da die Keimfähigkeit in anderen Gebieten sehr gering, bis gar nicht möglich ist.

 

Anmerkungen: Bewertungsmethode nach Nehring et al. (2013)

 

Praxisnahe Erfahrungen:

Die Keimungsrate der Samen liegt bei unterschiedlichen Feldversuchen in Deutschland bei 0%, da die Lichtverfügbarkeit und die Temperatur zur Zeit der Samenausbreitung limitierend wirken. Aufgrund der geringen Schattentoleranz der Paulownia ist die Einbringung in geschlossene Wälder nur nach größeren Störungen möglich, da sie anderen heimischen Arten unterliegt. Dies gilt auch für Wiesen und Felder.

 

 

12. Der Klimabaum - Baum der Zukunft

Warum der Blauglockenbaum ein "Klimabaum" und der Baum der Zukunft ist

 

Neben seiner Pracht gehört der Blauglockenbaum zu den am schnellsten wachsenden Bäumen der Erde und bindet in 20 Jahren 46 Mal so viel CO2 wie eine Eiche. Aufgrund seiner Trockentoleranz und Unempfindlichkeit gegenüber Schädlingen gilt der Blauglockenbaum als Baum der Zukunft und wird auch vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) als bienenfreundliche Baumart empfohlen. 

 

Derzeit werden viele Maßnahmen getroffen, welche das Ziel haben momentane CO2-Ausstöße und somit die Konzentration an atmosphärischem CO2 zu reduzieren. Hier bieten besonders Anpflanzungen von sehr vielen Bäumen und Pflanzen Abhilfe, denn diese sind neben ihrer Sauerstoffproduktion in der Lage CO2 zu absorbieren und langfristig in Form von Biomasse (z. B. Holz) zu fixieren. In 20 Jahren bindet der Blauglockenbaum bis zu 1.197 kg CO2, eine deutsche Eiche dagegen nur 26 kg. Buchen und Eichen sind zwar wichtige heimische Wirtschaftsbäume, aber mit ihrer Anpflanzung allein erreichen wir leider nicht die CO2-Absorbtion die wir mit schnellwachsenden Bäumen wie der Paulownia erreichen könnten. (weiter unten erfahren Sie wie sich der CO2 Anteil bei Bäumen berechnet) 

 

Unser Ziel ist es, stabile Mischwaldbestände zu begründen, in denen auch die Paulownia eine wichtige Rolle spielen kann und dort ein immenses Potenzial besitzt. Aus diesem Grund haben wir das Konzept ForstPlus entwickelt. Mit diesem Konzept, welches sich mit der Aufforstung von Rückegassen und der Begründung eines schnellwüchsigen Vorwaldes mit der Paulownia befasst, lässt sich die Biodiversität, der Rohstoffertrag und die CO2 Bindung einer Waldfläche erheblich steigern. Denn ein höherer Rohstoffertrag pro Hektar führt dazu, dass wir noch mehr auf nachwachsende Rohstoffe setzen können und z. B. weniger auf Holzimporte anderer Länder angewiesen sind.   

Erfahren Sie mehr unter: ForstPlus - Wald der Zukunft -> 

 

Jeder kann den Klimabaum pflanzen. Ob als Stadtbaum, als prächtiger Zierbaum im eigenen Garten oder als Feldrandbepflanzung auf Grünland oder Ackerlandflächen, überall besticht er durch sein markantes Äußeres und sein enormes Wachstum. Jeder einzelne Baum hilft dabei unseren Klimazielen ein Stück näher zu kommen.

Siehe auch GrünlandPlus - Große Vielfalt, starke Erträge -> 

 

 

Die Blätter der Paulownia 

 

Die Blätter der Paulownia sind das Kraftwerk des Baumes und sorgen für das bemerkenswerte Wachstum. Sie können als Futtermittel für Nutztiere oder auch für medizinische Zwecke verwendet werden. Meist verbleiben sie allerdings auf der Fläche, wo sie innerhalb weniger Monate verrotten und die Bodeneigenschaften dadurch verbessern.

 

 

Schattenspender

Die bis zu 1 m großen Blätter, kombiniert mit der weit ausladenden Krone, bieten beste Voraussetzungen für ein schattiges Plätzchen im Sommer. Steht der Baum noch dazu in Blüte, kann man sich am emsigen Treiben der Bienen erfreuen. Besonders in der Stadt heizen sich Bürgersteig und Hausfassaden schnell auf und erwärmen so das Stadtklima. Hier sorgt der Klimabaum schnell für Beschattung und einer Verbesserung des Stadtklimas. 

 

 

Humusanreicherung

Im Herbst ist es zu empfehlen, die herabgefallenen Blätter nicht zu entfernen. Der hohe Stickstoffgehalt ist attraktiv für Bodenorganismen, welche die Blätter dadurch sehr schnell zersetzen und Nährstoffe dadurch schnell wieder im Boden verfügbar machen. Auch das Wachstum im Frühjahr wird gefördert, da bis dahin die Nährstoffe aus dem Blättern wieder über die Wurzeln aufgenommen werden können.

 

 

Leichte Pflege

Hat der Baum sein Jungpflanzendasein abgeschlossen und die gewünschte Höhe des astfreien Stammes erreicht, ist die Paulownia eine sehr pflegeleichte Baumart. Wasser und Nährstoffe besorgt sich der Tiefwurzler selbst und sollten die herabgefallenen Blätter doch unerwünscht sein, lassen sich diese auf Grund der Größe einfach mit der Hand aufsammeln.

 

 

Schadstofffilter

Die großen Blätter der Paulownia binden viele Schadstoffe und helfen die Luftqualität zu verbessern. Sie ist daher sehr gut für die Bepflanzung in Städten und Industriegebieten geeignet. 

 

 

Innerhalb von 20 Standjahren

CO2 Bindung verschiedener Baumarten

 

Häufig soll mit der Pflanzung eines Baumes auch ein positiver Effekt auf die CO2 Bilanz ausgeübt werden. Doch hier ist Baum nicht gleich Baum und die Unterschiede zwischen diesen in Bezug auf ihr Potential CO2 zu binden ist gravierend. So bindet ein Blauglockenbaum (Paulownia) in 20 Jahren 46 Mal so viel CO2 wie eine Eiche. Grund genug, sich mit dem Thema genauer zu beschäftigen.

 

 

Wie wird CO2 in Bäumen gebunden?

CO2 wird durch die Photosynthese in den Blättern zu Kohlenhydraten umgesetzt, aus denen sich der Baum aufbaut, bzw. von denen er lebt. Dies ist zum einen das Holz des Baumes, zum anderen ist es das Laub, die Samen und Früchte und diverse Ausscheidungen der Wurzeln. Die Gesamtstoffstrombilanz eines Baumes ist daher sehr schwer zu berechnen. Daher geht man von einem vereinfachten Modell aus, welches nur das Holz als CO2-Speicher berücksichtigt. Diese Vereinfachung ist zulässig, da der überwiegende Teil des CO2, welches im Laub, Früchten, Samen und Wurzelausscheidungen gespeichert ist, sehr rasch wieder auf Grund von Veratmung und Verrottung freigesetzt wird.

 

 

Wie wird der CO2 Anteil in Bäumen berechnet?

Die Menge des gespeicherten CO2 ist also direkt abhängig von der Masse des gebildeten Holzes. Um diese zu ermitteln, wird zunächst das aufgewachsene Holzvolumen nach 20 Jahren ermittelt. Dieses wird dann mit der mittleren Rohdichte des entsprechenden Holzes multipliziert. Daraus ergeben sich die in Tabelle 1 abgebildeten Werte. Zur Volumenberechnung wurde bei allen Baumarten vereinfacht eine Formzahl von 0,50 angesetzt. Die Formzahl ist dabei der Faktor mit dem das zylindrische Volumen (Grundfläche in Brusthöhe x Gesamthöhe des Baumes) in sein tatsächliches Volumen, welcher mehr einem Kegelspitz ähnelt umgerechnet wird.

 

Um die gebundene Menge CO2 zu berechnen, muss nun der Kohlenstoffanteil im Holz bestimmt werden. Hierzu lässt sich vereinfacht der Faktor 0,50 verwenden, da im Schnitt über alle Holzarten ca. 50 % Kohlenstoff im Holz enthalten sind. Da im CO2 noch zusätzlich zu jedem Kohlenstoffatom 2 Sauerstoffatome vorkommen, müssen diese hinzugerechnet werden. Hierfür wird der Faktor 3,66 verwendet. In Tabelle 2 sind die Ergebnisse für die vier Baumarten berechnet.

 

 

13. Mythos Paulownia

Paulownia - Symbol der Glücks und Baum der Kaiser

 

Die Paulownia ist unter vielen Namen bekannt, die häufigsten verwendeten Bezeichnungen sind Blauglockenbaum, Kiribaum, Kaiserbaum und Klimabaum. Unter dem Begriff Paulownia werden sämtliche Arten aus der Familie der Blauglockenbaumgewächse (Paulowniaceae) zusammengefasst. Diese schnell wachsenden Bäume sind vor allem in Zentral- und Ostasien beheimatet und seit über 180 Jahren in Europa etabliert.

 

Die Paulownia ist ein sommergrüner Laubbaum mit einer Wuchshöhe von bis zu 25 Metern. Der Stamm wächst gerade, die Rinde ist sehr glatt, die Krone ist breit und etagiert, die glockenförmigen Blüten sind blau-violett. Neben den wunderschönen Blüten und den besonders bei Jungpflanzen auffallend großen Blättern (bis zu 80 Zentimeter!), ist das enorme Stammwachstum von bis zu drei Metern jährlich charakteristisch für diese Baumart.

 

Trotz ihres schnellen Wachstums gehört die Paulownia zu den Edelhölzern. Sie wird bis zu 100 Jahre alt, ist anspruchslos und anpassungsfähig. Ihr helles, seidig schimmerndes Holz ist sehr leicht, harz- und geruchlos, lässt sich sehr gut verarbeiten, verbiegt, krümmt und reißt nicht beim Trocknen und nimmt nur äußerst wenig Wasser auf.

 

Die in China wegen ihres schnellen Wachstums, ihres qualitativ hochwertigen Holzes, ihrer schönen Blüte und der großen Blätter seit mehr als 2.000 Jahren kultivierte Paulownia ist in Europa erst seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts bekannt. Der Naturforscher, Arzt und Japanologe Philipp Franz von Siebold brachte sie von seinen Asienreisen mit nach Europa und benannte sie nach der niederländischen Königin Anna Pawlowna, der Tochter des russischen Zaren Paul I.

 

Die Bewohner der Alpen kennen die Paulownia vor allem als Kaiserbaum. Er war der Lieblingsbaum von Kaiser Franz Joseph und seiner Sisi, der ihn als Park- und Zierbaum in den Zentren der k.u.k.-Monarchie in großer Zahl anpflanzen ließ.

 

In Japan ist die Paulownia als Kiri bekannt. Der Legende nach lässt sich der Ho-oh, ein dem Phoenix ähnlicher Vogel der für die ewige Wiedergeburt der Seele steht, nur auf dem Kiri-Baum nieder. In der chinesischen Kultur ist es der Fenghuang. Wegen dieser Nähe zu dem Phoenix aus der griechischen Mythologie wird er oft auch als Phoenixbaum bezeichnet.  

 

In der Hoffnung, diesen glückbringenden Vogel anzulocken, werden die Bäume in Höfen und Gärten angepflanzt. Er ist Symbol des Glücks und der Fruchtbarkeit. Nach der Geburt eines Kindes wird ein Kiri-Baum gepflanzt; bekommt das Kind dann selbst Nachwuchs, wird der Baum gefällt und aus dessen Holz eine Kinderwiege gebaut. 

 

Heute erfreut sich die Paulownia auch in Europa wachsender Bedeutung und gilt sowohl als Stadt-/ Parkbaum wie auch als Forstpflanze als Baum der Zukunft. 

 

 

Warum die Paulownia auch Kaiserbaum genannt wird

Der Kaiserbaum

 

Ist einer der imposantesten Bäume der Erde. Seine blau-violetten Blüten, gewaltigen herzförmigen Blätter und stolzen nach oben gerichteten Rispen sind in Europa einzigartig und verleihen ihm sein kaiserliches Erscheinungsbild.

 

Er war einst Lieblingsgewächs des Kaisers von Österreich,  König von Böhmen und Ungarn, Franz Joseph I,  der ihn im Schlosspark von Schönbrunn und in den prächtigen Parkanlagen des Habsburgerreiches anpflanzen ließ.

 

Die deutschen Bundeskanzler pflegen die Tradition im Park des Palais Schaumburg, dem einstigen Haus des Bundeskanzlers, einen "Kanzlerbaum" zu pflanzen, der ihre Persönlichkeit und Amtszeit symbolisiert. Die erfolgreiche Regierungszeit des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer wurde hier erstmalig durch einen Kaiserbaum symbolisiert.

 

Neben seiner Pracht gilt der Kaiserbaum auch als Symbol von Weisheit, Gesundheit und Glück. 

 

In seinem Ursprungsgebiet China wird er gerne in die Nähe des eigenen Hauses gepflanzt, da es heißt, dass der über das Land fliegende Fenghuang sich nur auf einem Kaiserbaum niederlässt und die Menschen in seiner Nähe mit Weisheit, Gesundheit und Glück segnet.

 

In Japan ist es Tradition nach der Geburt eines Kindes einen Kaiserbaum zu pflanzen. Zur Hochzeit dieses Kindes wird aus seinem Holz der erste eigene Hausstand gebaut, der seinen Besitzer und dessen Wertgegenstände schützt.

 

 

14. Grenzabstände zu Nachbargrundstücken

Grenzabstände von Bäumen in Deutschland

 

Land Baumart Min.Grenzabstand
Bayern

Bäume mit einer Größe >2m

2m

Alle anderen Bäume

0,5m

Baden-Württemberg

 

Großwüchsige Arten von Ahornen, Buchen, Eichen, Eschen, Kastanien, Linden, Nadelbäumen, Pappeln, Platanen, unveredelten Walnußsämlingsbäumen sowie mit anderen Bäumen artgemäß ähnlicher Ausdehnung

8m

Mittelgroße oder schmale Bäumen wie Birken, Blaufichten, Ebereschen, Erlen, Robinien (»Akazien«), Salweiden, serbischen Fichten, Thujen, Weißbuchen, Weißdornen und deren Veredelungen, Zieräpfeln, Zierkirschen, Zierpflaumen und mit anderen Gehölzen artgemäß ähnlicher Ausdehnung sowie Obstbäume auf stark wachsenden Unterlagen und veredelten Walnußbäumen

4m

Berlin

Stark wachsende Bäumen, insbesondere Rotbuche, Linde, Platane, Roßkastanie, Stieleiche, Pappel, Weißbirke, Douglasfichte und Walnußbaum

3m

Alle anderen Baumarten

1,5m

Brandenburg

Bäume

4m

Für alle Bäume gilt darüber hinaus

Mind. Ein Drittel der Höhe über dem Erdboden

Bremen

Kein Nachbarrechtsgesetz vorhanden, Verweis auf Regelung in Niedersachsen

 
Hamburg

Keine gesetzlichen Grundlagen verankert

 
Hessen

Sehr stark wachsende Bäume (Eichen, Pappel, Linden)

4m

Stark wachsende Bäume

2m

Meck.-Vorpom.

„In Mecklenburg-Vorpommern gibt es keine genauen Maßangaben dafür, welche Pflanzen in welcher Höhe in welchem Abstand von der Grundstückgrenze stehen dürfen

 
Niedersachsen

Bis zu 3m Höhe

0,75m

Bis zu 5m Höhe 1,25m
Bis zu 15m Höhe 3m
Über 15m Höhe 8m
NRW Stark wachsenden Bäumen, insbesondere der Rotbuche (Fagus silvatica) und sämtliche Arten der Linde (Tilia), der Platane (Platanus), der Rosskastanie (Aesculus), der Eiche (Quercus) und der Pappel (Populus) 4m
Alle übrigen Bäume 2m
Rheinland-Pfalz Sehr stark wachsende Bäume 4m
Stark wachsende Bäume 2m
Saarland Stark wachsenden Bäumen, insbesondere der Rotbuche (Fagus silvatica) und sämtliche Arten der Linde (Tilia), der Platane (Platanus), der Rosskastanie (Aesculus), der Eiche (Quercus) und der Pappel (Populus) 4m
Stark wachsende Bäume (Hainbuche, Vogelbeere, Weißbirke, Weißerle, Thuja, Zierkirsche 2m
Sachsen Bäume größer als 2m 2m
Sachsen-Anhalt Bäume bis zu 3m Höhe 2m
Bäume bis zu 5m Höhe 1,25m
Bäume bis zu 15m Höhe 3m
Bäume über 15m Höhe 6m
Schleswig-Holstein Bäume >1,2m mind. ein Drittel der Gesamthöhe
Thüringen Stark wachsenden Bäumen, insbesondere der Rotbuche (Fagus silvatica) und sämtliche Arten der Linde (Tilia), der Platane (Platanus), der Rosskastanie (Aesculus), der Eiche (Quercus) und der Pappel (Populus) 4m
Stark wachsende Bäume (Hainbuche, Vogelbeere, Weißbirke, Weißerle, Thuja, Zierkirsche) 2m
Stand Februar 2018

 

 

15. Redaktionelle Beiträge in Fachzeitschriften

Paulownia in Fachzeitschriften

 

Unsere Meinung ist gefragt, hier finden Sie ein Auswahl an Veröffentlichungen in Fachzeitschriften > 

 

 

16. FAQ-Häufige Fragen

FAQ – Häufige Fragen zur Paulownia

 

Allgemeines

Wie groß wird meine Paulownia?

Die Paulownia wird 15 – 25 m hoch und 0,35 – 2 m breit. Im natürlichen Verbreitungsgebiet China erreicht sie im seltenen Einzelfall auch bis zu 50 m, hierzulande wird sie aber selten über 20 m hoch.

 

Es sollte beachtet werden, dass die Paulownia mit 3 – 4 m Höhen- und 4,0 – 5,5 cm Dickenzuwachs in den ersten Standjahren enorm raschwüchsig ist und ihre maximale Höhe bereits nach 20 - 30 Jahren erreicht hat.

 

 

Wie alt wird meine Paulownia?

Als typische Pionierbaumart erreicht die Paulownia kein hohes Alter und wird durchschnittlich 60 – 70 Jahre alt.

 

 

Ab wann trägt meine Paulownia Blüten?

Die Paulownia erreicht mit 4 – 10 Jahren die Geschlechtsreife und ist ab diesem Zeitpunkt in der Lage, ihre wunderschönen, glockenförmigen Blüten zu bilden.

 

 

Wie wird die Paulownia noch genannt?

Die Paulownia hat viele Bezeichnungen wie z.B. Blauglockenbaum, Kiri-Baum, Kaiserbaum oder Smaragdbaum. Ebenso für das Holz finden sich viele Namen: Kiri, Mao Pao Tong, Shima-Giri, Prinzessinnenholz oder Phoenixwood.

 

 

Ist die Paulownia giftig?

Die Pflanze ist momentan auf keiner der Listen für Tiere giftiger Pflanzen zu finden. Dennoch gelten die Früchte der Paulownia als ungenießbar und leicht toxisch. Da diese allerdings nicht sonderlich attraktiv auf Mensch und Tier wirken, da sie unter Anderem erst sehr spät vom Baum fallen und schon vertrocknet sind, stellt dies kein Problem dar. Sollte die Frucht jedoch verschluckt oder verzehrt werden, sind leichte Magenbeschwerden die Folge, welche aber bereits nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Der Rest der Pflanze ist gesundheitlich völlig unbedenklich. Die Blätter eignen sich sogar als eiweißreiches und schmackhaftes Tierfutter. In der asiatischen Küche ist der Verzehr der Blätter durchaus üblich, der Geschmack erinnert an frischen Spinat.

 

 

Ist die Paulownia invasiv?

Die Paulownia hat fälschlicherweise bei vielen den Ruf invasiv zu sein. Jedoch stützen sich diese Behauptungen auf keinerlei Belege oder Erfahrungen. Als extreme Lichtbaumart kann sich der Baum gegenüber der Begleitvegetation nicht behaupten. Eine Etablierung der Paulownia in den deutschen Wäldern ist nur mit hohem Aufwand und menschlicher Mithilfe möglich, wie derzeitige Anbauversuche der TU München zeigen konnten. Im Zuge unserer Invasivitätsbewertung der Paulownia befassen wir uns intensiv mit der Frage, warum diese momentane Einstufung der Paulownia nicht gerecht wird. Dies können Sie ausführlich in der Rubrik „Invasiv?“ nachlesen.

 

 

Wie sieht die Krone der Paulownia aus?

Der Blauglockenbaum bildet eine mittelbreite, etagierte Krone aus. Je nach Sorte kann diese auch schmaler ausfallen, wie zum Beispiel bei der Shan Tong oder der Fortunei. Die Paulownia ist aber sehr schnittverträglich, womit Sie die Krone nach Ihren Wünschen gestalten können. Schnittmaßnahmen sollten grundsätzlich nur im Frühjahr durchgeführt werden.

 

 

Pflanzung

 

Wo kann ich meine Paulownia pflanzen?

Am wohlsten fühlt sich die Paulownia auf durchlässigen, nährstoffreichen, sandigen bis leicht lehmigen Böden (pH = 4,5 – 7,5), die sie gut und tief durchwurzeln kann. Dabei ist eine Bodentiefe von über 2 m und ein Grundwasserspiegel zwischen 1,5 – 9 m optimal. Sie ist was ihren Standort angeht aber äußerst tolerant und anspruchslos, solange auf diesen keine Staunässe (!) besteht oder entstehen kann.

 

In ihren ersten Jahren braucht sie eine durchschnittliche Niederschlagsmenge von über 650 mm. Ist dies nicht der Fall, muss die Paulownia extra bewässert werden. Durch ihr tiefreichendes Wurzelsystem kann sie sich aber ab dem dritten Wuchsjahr selbst sehr gut mit Wasser versorgen (je nach Grundwasserspiegel auch früher bzw. später!). Der Standort sollte sehr sonnig und nicht zu windexponiert sein.

 

 

Wann pflanze ich meine Paulownia?

Paulownia-Jungpflanzen können von Ende April bis Anfang Juli gepflanzt werden. Wir empfehlen den optimalen Pflanztermin frühestens nach den Eisheiligen (Anfang bis Mitte Mai), da hier normalerweise keine Spätfröste mehr zu erwarten sind, welche den Jungpflanzen im Pflanzjahr schaden könnten.

 

Denken Sie daran den Baum nach der Anpflanzung regelmäßig zu wässern, damit die Wurzeln für das Anwachsen ausreichend mit Wasser versorgt sind!

 

 

Wie pflanze ich meine Paulownien (Plantage)?

Für Wertholz:

In der Regel werden 1.250 Pflanzen pro Hektar gepflanzt. Dabei sollten Sie die Plantage im Schema 2 x 4 m begründen (2 m Abstand in der Reihe, 4 m Abstand zwischen den Reihen).

 

Für Energieholz:

Hier wird auf einen engeren Abstand gesetzt (2 x 2 m) mit einer Anzahl von 2.500 Pflanzen je Hektar.

 

 

Was muss ich VOR einer Paulownia-Pflanzung beachten?

Für ein bestmögliches Anwachsen der Pflanzen ist eine großflächige, aber auch punktuelle Bodenvorbereitung ratsam. Der Oberboden sollte aufgelockert (Pflügen, Grubbern, etc.) und eventuelle verdichtete Sperrschichten sollten durchbrochen werden. Eine Tiefenlockerung ist für gewöhnlich nicht erforderlich.

 

WICHTIG: die Paulownia ist als extreme Licht- und Pionierbaumart sehr konkurrenzschwach gegenüber der Begleitvegetation. Deshalb sollte vor der Pflanzung der Boden im Radius von mindestens 0,5 m von Unkraut, Gras und dergleichen befreit werden. Nach der Pflanzung sollte die Pflanzstelle um die Paulownia mit einer Mulchplatte (z. B. PE-Folie, Unkrautvlies, Silofolie, etc.) von mindestens 1 m2 Größe abgedeckt werden. Ohne eine solche Schutzabdeckung ist ein Ausfall ihrer Paulownia-Pflanzung äußerst wahrscheinlich!

 

 

Welche Paulownia-Sorte soll ich pflanzen?

Es gibt mehrere Paulownia-Arten die unterschiedliche Vorlieben haben was das Klima anbelangt. In Deutschland empfehlen wir grundsätzlich den Anbau unserer winter- und frosthärteren Sorten. Dazu zählen die Shan Tong, die Artemis und die Tomentosa. Für wärmebegünstigte Lagen eignet sich besonders die Elongata, welche aber vorwiegend in Italien, Spanien und Kroatien von uns angebaut wird.

 

 

Kann ich die Paulownia in der Nähe von Wegen und Straßen pflanzen?

Die Paulownia bildet ein weit- und tiefreichendes Pfahlwurzelsystem aus, bei der nur ca. 12 % aller Wurzeln im Bereich zwischen 0 – 0,4 m wachsen, wovon die starken Hauptwurzeln ausschließlich in die Tiefe wachsen. Eine Pflanzung in der Nähe von Verkehrswegen ist also problemlos möglich, ohne dass die Gefahr einer Anhebung der befestigten Wege besteht.

 

 

Bewässerung

 

Wie viel Wasser braucht meine Paulownia?

Beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge in Ihrem gewählten Pflanzgebiet weniger als 650 mm, müssen Sie ihre Pflanzen besonders in den ersten zwei Wuchsjahren regelmäßig und durchdringend bewässern. Wir empfehlen daher die Pflanze/n 1 – 2-mal die Woche mit jeweils 10 – 15 Liter  je Pflanze zu bewässern. In den Wintermonaten reicht es, dass der Boden nicht komplett austrocknet und stetig frisch bis feucht bleibt. Es ist nicht dramatisch, sollte die Paulownia länger sehr trocken stehen, da sie dies sehr gut verträgt. Soll ihr Wuchspotenzial allerdings komplett ausgeschöpft werden, benötigt sie eine optimale Wasserversorgung.

 

 

Muss ich meine Paulownia auch im Winter bewässern?

Ja, allerdings nur soweit, dass der Boden nicht austrocknet und die Wurzeln dadurch geschädigt werden. Gerade im Nachwinter ist es wichtig, dass die Pflanze bei Beginn der Vegetationsphase schon etwas Wasserreserven zur Verfügung hat. Die Winterbewässerung gilt nur für die ersten zwei Wuchsjahre.

 

 

Düngung

 

Muss meine Paulownia gedüngt werden?

Soll Ihr Baum zügig wachsen, muss ihm durch eine entsprechende Düngung unter die Arme gegriffen werden. Gedüngt wird normalerweise von März bis maximal Anfang August. Achten Sie hier besonders auf einen hohen Kalium-Anteil, welcher wichtig für die Verholzung, und somit für die Winterhärte der Pflanze wichtig ist. Stickstoff sollte der Pflanze nur bis zum Ende der Vegetationsperiode hinzugefügt werden.

 

 

Wann und wie oft dünge ich meine Paulownia?

Normalerweise genügt eine Bodendüngung Mitte Mai mittels eines Volldüngers.

 

 

Was für einen Dünger soll ich nehmen?

Für die Düngung reicht ein gewöhnlicher Volldünger. Achten Sie hier auf eine ausreichende Versorgung mit den Nährstoffen Kalium und Phosphor.

 

 

Pflege

 

Warum muss ich meine Paulownia im ersten Wuchsjahr zurückschneiden?

Die Paulownia fokussiert sich im ersten Jahr auf den Ausbau des Wurzelwerks, weshalb der Haupttrieb der Pflanze zunächst vernachlässigt wird und die Basis für das für die Paulownia typische, sehr schnelle Wachstum nicht optimal ist.

 

Es hat sich erwiesen, den Trieb der jungen Pflanze/n zu Beginn des zweiten Wuchsjahres bis zur Erdoberfläche zurück zu schneiden. Nur keine Scheu, zu Beginn der neuen Vegetationszeit schlägt die Pflanze an selber Stelle wieder neu aus und übertrifft mit dem neuen Trieb die Dicke und Wuchshöhe des alten Triebes merklich. 3 – 4 m im ersten Jahr sind da keine Seltenheit.

 

Muss die Paulownia geschnitten bzw. geastet werden?

Eingewachsene Äste stellen bei vielen Baumarten ein Qualitätsmangel dar. Die Wertigkeit von Baumstämmen wird häufig primär anhand der astfreien Schaftlänge gemessen.

 

Bei der Paulownia kann die Astfreiheit gefördert werden, indem die bereits grünen Triebe der austreibenden Seitenknospen im zeitigen Frühjahr entfernt werden. Beim Schnitt in diesem frühen Stadium hat die Pflanze noch genug Zeit die Schäden zu überwachsen und hinterlässt dabei keine wertmindernden Spuren.

 

Achten Sie bei den Schnittmaßnahmen unbedingt darauf auf eine sachgerechte Durchführung und schneiden Sie immer nur mit scharfen Schneidewerkzeugen, um unnötige Verwundungen an der Pflanze zu vermeiden.

 

 

Paulownia-Holz

 

Wie sieht Paulownia-Holz aus?

Das Holz der Paulownia ist hell, besitzt eine weißlich-blassgraubraune bis honiggelbe Färbung mit seidigem Glanz und fällt besonders durch seine markant breiten Jahrringe auf.

 

 

Was für Eigenschaften hat das Paulownia-Holz?

Nach Balsa ist Kiri das leichteste Handelsholz was es derzeit auf dem Markt gibt. Trotz des geringen Gewichts von ca. 300 kg/m3 (zum Vergleich: Eichenholz besitzt ein Gewicht von bis zu 760 kg/m3!) besitzt Kiri eine hohe spezifische Festigkeit und ist im Vergleich zu Balsa um ein Vielfaches robuster.

 

Bei Paulownia-Holz fällt besonders die hohe Dimensionsstabilität bzw. Maßhaltigkeit auf. Das heißt, es nimmt nur sehr wenig und sehr langsam Feuchte auf und „arbeitet“ kaum. Dadurch entsteht beim Holz kein Verziehen, Krümmen oder Biegen und es trocknet besonders schnell. Des Weiteren bietet es sehr gute Isolationseigenschaften gegenüber Hitze, Kälte und elektrischen Strom und lässt sich ausgezeichnet bearbeiten.

 

 

Für was kann das Holz verwendet werden?

Die Verwendung von Paulownia-Holz bzw. Kiri ist äußerst vielseitig. Besonders beliebt ist es aufgrund des geringes Gewichts im Boots- und Karavanenbau, im Bühnenbau und der Theaterplastik, im Möbelbau und im Innenausbau (Fensterrahmen, Verkleidungen, Fassaden, Paneele, Saunabau, „Tiny-Houses“). Des Weiteren wird es speziell genutzt in der Herstellung von Surfbrettern, Wintersportgeräten, Musikinstrumenten, Holzjalousien und ist unter anderem das momentan dritthäufigste Sargholz in Deutschland.

 

 

Schäden

 

Mit was für Schädlingen muss ich bei meiner Paulownia rechnen?

Die Paulownia gilt als sehr schädlingsresistent. Bisher wurden noch keine dramatischen Schädlinge an der Paulownia entdeckt, womit Sie sich da keine Sorgen machen müssen. Klassische Erreger, welche bei nahezu allen Baumarten vorkommen können wie die Blattfleckenkrankheiten, Blattläuse oder Spinnmilben können aber natürlich vorkommen.

 

Allerdings wird der Baum wie alle anderen Pflanzen auch durch eine schlechte Pflege oder extrem schwierige Standortsbedingungen (Nährstoff- oder Wassermangel, Verletzungen der Rinde oder der Wurzeln, Staunässe) anfälliger gegenüber potenziellen Schaderregern.

 

Es gilt also: eine optimale Pflege ist die beste Prävention!

 

 

Die Blätter meiner Paulownia werden gleichmäßig gelb, was kann ich tun?

Vergilben die inneren, also älteren Blätter der Pflanze, kann dies an Trockenheit liegen. Werden die äußeren, jungen Blätter wiederrum gelb kann die Ursache vielfältig sein. Am wahrscheinlichsten sind ein Wasserüberschuss oder ein Nährstoff- bzw. Stickstoffmangel.

 

Die Blätter meiner Paulownia bekommen gelbe bis braune Flecken und Fallen vorzeitig ab, woran liegt das?

Die Ursache ist höchstwahrscheinlich eine Blattfleckenkrankheit, was aber nicht weiter schlimm und nur ein optischer Makel ist. Bei jungen Bäumen kann man hier noch Fungiziden arbeiten, bei älteren und großen Bäumen ist das aussichtslos. Unabhängig vom Alter sollten Sie allerdings immer das Falllaub entfernen, da der Pilz in diesem überwintert.

 

 

Die Triebspitzen frieren bei mir im Winter regelmäßig zurück. Was tun?

Ein Zurückfrieren der Triebspitzen mitsamt der Terminalknospe ist auch in Regionen mit milden Wintern bei der Paulownia weder etwas Ungewöhnliches noch was Dramatisches. Aufgrund der speziellen Wuchsphysiologie der Paulownia ist die Pflanze nicht dazu in der Lage, ihr junges Gewebe rechtzeitig zu verholzen. Mit Beginn des neuen Frühjahrs treiben zwei sich gegenüberstehende Seitenknospen unterhalb des abgestorbenen Triebes wieder aus.

 

Für ein gerades Stammwachstum ist es wichtig, die abgestorbene Triebspitze zurück zu schneiden und einen der beiden neuen Seitentriebe zu entfernen. Dieser Schnitt ist solange jährlich durchzuführen, bis Ihre gewünschte Stammhöhe erreicht ist.

 

 

Die Fruchtkapseln bleiben über den Winter am Baum hängen, ist das normal?

Ja, das ist für die Paulownia völlig normal. Bei Bedarf können Sie diese auch ohne Probleme entfernen.

 

In der Mitte des Astes und des Stammes ist ein stecknadelgroßes Loch zu sehen, ist das normal?

Dieses Loch ist typisch für die Paulownia und nicht weiter bedenklich.

 

17. Referenzen

Referenzen in Stadt- Park- und Forstanpflanzungen