Westamerikanische Hemlocktanne (Tsuga heterophylla)

Alles von der Pflanzung über die Pflege bis hin zum Holz!


Hemlocktanne - für 2021

 

Tsuga heterophylla

Herkunft: ohne

Qualität: 3-jährig 2/1 im Container 

Größe: 20-30cm

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Kurz und knapp

  • Wirtschaftlich wichtiger und raschwüchsiger Waldbaum des westlichen und des nordöstlichen Nordamerika und mit max. 45 m Höhe und 1,2 m Stärke die größte Art der Gattung Tsuga (Hemlocktannen), welche in massenreichen Reinbeständen in den nebelreichen Küstenregionen wächst oder häufig in Mischung mit der Sitkafichte (Picea sitchensis), der Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und des Riesenlebensbaumes (Thuja plicata) 
  • Künstlich flächig verbreitet im ostasiatischen Raum; einzelne Versuchsanbauten in Deutschland 
  • Der bis zu 500 Jahre alt werdende Nadelbaum ist in Mitteleuropa fast völlig winterhart und sehr schattentolerant, was ihn für die Bildung eines wüchsigen Unterstandes für Lichtholzarten interessant macht 
  • Benötigt feuchtere und schattige Lagen und meist frische Böden, erweist sich aber was die Nährstoffversorgung anbelangt als weitgehend anspruchslos; durch ihr flaches Wurzelsystem ist sie besonders windwurfanfällig 
  • Das Holz ist leicht bis mittelschwer, gering spaltbar und wenig dauerhaft; häufig genutzt in der Papierindustrie, aber auch verwendet im Innenausbau, für Bekleidungen, Saunaräumen (harzfrei) und Einbaumöbel

Vorteile:

+ anspruchslos in der Nährstoffversorgung, besiedelt extrem saure Standorte

+ hohe Wuchsleistung

+ sehr schattentolerant und konkurrenzstark

+ vielseitig verwendbares Holz

 

Nachteile:

- nicht sehr frosthart

- verträgt Trockenheit nur mäßig gut

- sturmanfällig



Westamerikanische Hemlocktanne - Steckbrief

Wuchs

Aussehen (Habitus)

Breit kegelförmige Krone mit lang überhängenden Gipfeltrieb und dicker, orange- bis graubrauner, tief gefurchter Schuppenborke

Höhe 35 – 45 m
Durchmesser (BHD) 1,2 – 2 m

Wuchstempo

raschwüchsig
Wurzelsystem Flachwurzler
Lebenserwartung   Bis 500 Jahre
Hiebreife Ca. 80 – 100 Jahre

Standort

Verbreitung Nordwestliches Nordamerika (Küstenregionen Alaskas bis nördliche Rocky Mountains)
Boden Anspruchslos; frisch, gut durchlüftet, optimal sandig-lehmig und basenreich
pH-Wert 3 – 6,5
Nährstoffbedarf gering
Wasserbedarf mäßig
Lichtbedarf Schattenbaumart
Jahrestemperatur (Ø) 0 – 12 °C
Trockenheitstoleranz mäßig
Staunässetoleranz mäßig
Frosthärte gering - mäßig

Pflanzung

Pflanztermin Frühjahr
Pflanzabstand 2 x 2 m
Verbiss

gering

Konkurrenzkraft

hoch

Holz

Aussehen Hell- bis gelblichgrau, geradfaserige und feinjährige Struktur
Rohdichte 420 – 510 kg/m³
Besonderheit

Harzfrei, leicht zu bearbeiten, vielseitig einsetzbar

Verwendung

Papier- und Zellstoffherstellung, Innenausbau, Blindhölzer, Be- und Verkleidungen, Saunabau, Einbaumöbel

Nadeln

Form Schwach gebogen, linear, vorne stumpf, sehr fein gesägt
Größe Ungleich lang; zweigoberseits 0,5 – 1 cm lang, zweigunterseits 2 – 3,5 cm lang
Farbe

Glänzend dunkel- bis gelbgrün, unterseits silberweiße Streifen

Laub

immergrün

Blüte

Form Zäpfchen
Farbe Gelblich (♂), auffallend purpurrot (♀)
Größe

0,3 - 0,4 cm lang (♂), unscheinbar (♀)

Blütezeit

April - Mai

Zapfen

Form Länglich eiförmig mit abgerundeten, papierartigen Schuppen
Farbe braun
Größe Bis 2,5 cm
Reife September - Oktober

Beschreibung

Innerhalb der Gattung Hemlocktannen (Tsuga) stellt die Westamerikanische Hemlocktanne, auch Westliche Hemlock, Schierlingstanne oder Pazifische Hemlocktanne genannt, die wichtigste Waldbaumart dar. Natürlich verbreitet im Nordwesten Nordamerikas kommt sie vorwiegend in massenreichen Reinbeständen oder als Pionierbaumart von den nebelreichen Küstenregionen Alaskas bis hin zu den nördlichen Rocky Mountains vor. Dort ist sie für mehrere Nationalparks in den USA und Kanada landschaftsbildend und zugleich Hauptwirtschaftsbaumart, weshalb sie liebevoll als „Cinderella oft he Nordwest“ betitelt wird und der Staatsbaum des US-Bundestaates Washington ist. Aufgrund ihrer Wuchsleistung, Winterhärte, Schatten- und Standorttoleranz und Holzqualitäten wurde sie auch für die deutsche Forstwirtschaft interessanter. In Thüringen befinden sich bspw. insgesamt 3,55 ha Hemlocktannen-Anpflanzungen. Jedoch sind die Ergebnisse der bisherigen Versuchsflächen in Mitteleuropa höchstens befriedigend. Momentan kann also noch keine Anbauwürdigkeit der Westamerikanischen Hemlocktanne in Deutschland ausgesprochen werden, weitere Untersuchungen sind aber für wirklich fundierte Einschätzungen vonnöten. Auch ist ihr Status mit Blick auf die Invasivität noch etwas unklar, da sie eine extrem hohe Reproduktionsrate vorweist.

 

Die Westliche Hemlock erreicht Höhen von 35 – 45 m, bis maximal 70 m, und einen Stammdurchmesser von 1,2 – 2 m. Das Höchstalter liegt bei 500 Jahren.

 

Potenzielle Rolle im Klimawandel

Aus Gründen der Klimangepasstheit wurde die Hemlocktanne leider nicht ausgewählt. Ihre Rolle im Wald der Zukunft bedient eher die wirtschaftlichen und rein waldbaulichen Aspekte. Ihr Wuchspotenzial ist beachtlich und ihr homogenes und geradfaseriges Holz vielseitig verwendbar. Angesichts ihrer Schattentoleranz lässt sie sich gut als wüchsiger Unterstand für Lichtholzarten in Mischwäldern integrieren.

 

Ökologie & Standort

Für optimale Wuchsleistungen benötigt die Hemlocktanne frische Böden, ist aber sonst sehr anspruchslos und nimmt die meisten Standorte an, darunter auch sehr saure Böden. Ausschließlich gemieden werden aber zu trockene Standorte und stark windexponierte Lagen, da sie aufgrund ihres sehr flachgründigen Wurzelsystems unter Windwurf leidet. Auf verdichteten, schlecht durchlüfteten und sehr tonigen Böden wurde zudem ein verringertes Höhenwachstum beobachtet. Erhöhte Wuchsleistung zeigt sie auf nährstoff- bzw. stickstoffreichen Standorten.

 

Tsuga heterophylla ist eine ausgeprägte Schattenbaumart.

 

Schadfaktoren

Die Hemlocktanne ist besonders empfindlich gegenüber Sturmschäden Nach Durchforstungen wurde eine erhöhte Schneebruchgefahr registriert. Auch gegenüber Frost und Trockenheit ist sie nur mäßig tolerant, kann sich aber recht gut von derlei Schäden erholen. Wie viele Nadelgehölze ist sie sehr anfällig gegenüber SO2-Immissionen.

 

Auch sind zahlreiche pilzliche Schaderreger und schädliche Insekten an der Hemlocktanne zu finden. Zu den wichtigsten Parasiten gehören die Zwergmistel (Arceuthobium tsugense), der Hallimasch (Armillaria mellea), der Gemeine Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum) und Kiefernfeuerschwamm (Phellinus pini), welche, besonders die Zwegmistel, große Verluste verursachen können. Häufig wird die Pflanze hierbei über die Wurzeln befallen. Innerhalb der großen Bandbreite an für die Hemlocktanne schädlichen Insekten im natürlichen Verbreitungsgebiet verursachen die Larven von Neodiprion tsugae, ein Hautflügler, und Lambdina fiscellaria lugubrosa, eine Schmetterlingsarten, die größten Schäden. Besonders Letztere befallen vorwiegend Altbestände zwischen 80 und 100 Jahren. In Mitteleuropa konnten allerdings nahezu keine Insektenschäden beobachtet werden.

 

Schäden durch Wildverbiss sind unbedeutend.

 

Waldbauliche Behandlungsempfehlung

Fehlende Anbauerfahrungen lassen empfohlene Aussagen zur waldbaulichen Behandlung nicht zu. Sie könnte sich aber als Voranbau im 2 x 2 m Pflanzverband unter lichten Schirm anbieten. Ab dem achten Wuchsjahr sollte der Schirm allerdings geräumt werden. Auf besten Standorten sind bei einem Reinbestand Hemlocktanne in 100 Jahren 1.848 fm/ha, bei vollholzigen Stämmen möglich.

 

In Ursprungsgebiet bildet Tsuga heterophylla Reinbestände, tritt aber auch in Mischung mit der Sitka-Fichte (Picea sitchensis), der Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und dem Riesenlebensbaum (Thuja plicata) auf.

 

Holzeigenschaften und Verwendung

Das leichte bis mittelschwere Holz ist hell- bis gelblichgrau, Splint und Kern unterscheiden sich farblich nicht voneinander. Die Struktur ist sehr geradfaserig und feinjährig und besitzt im getrocknetem Zustand einen matten Glanz. Es ist mit allen Werkzeugen einfach zu bearbeiten, harzfrei, nimmt Anstriche gut an und besitzt ein befriedigendes Stehvermögen gegenüber Feuchte. Allerdings ist es wenig dauerhaft und nicht ganz einfach zu trocknen, da es wie das heimische Tannenholz einen Nasskern besitzt, welcher bei zu schneller Trocknung zu Verformungen oder Rissen führen kann.

 

In Nordamerika gehört es zu den wichtigsten Wirtschaftsbaumarten, darunter häufig genutzt in der Papierindustrie, aber auch verwendet im Innenausbau, als Blindholz, für Be- und Verkleidungen, Saunaräumen (harzfrei) und für Einbaumöbel.



Bilder



Quellen

Frischbier, N.; Damm, C.; Wohlwend, M.; Aas, G.; Wagner, S. (2016): Zur Naturverjüngung der Westlichen Hemlocktanne (Tsuga heterophylla (Raf.) Sarg.) in Kleinbeständen in Thüringen. Kurzbeitrag forstarchiv 88, S. 131-135.

 

GD-Holz (2021): Hemlock – Holz-ABC. https://www.holzvomfach.de/fachwissen-holz/holz-abc/hemlock/.

 

Huber, J.; Brändle, J.; Hein, S.; Borowski, M.; Endres, L. (2012): Nur wenige Gastbaumarten setzen sich durch. Holz-Zentralblatt, 138. Jahrgang, Heft Nr. 12, S. 327-328.

 

Kristöfel, F. (2003): Über Anbauversuche mit fremdländischen Baumarten in Österreich. BFW-Berichte, Wien, Heft 131, 81 Seiten.

 

Packee, E. C. (2020): Tsuga heterophylla (Raf.) Sarg. - Western Hemlock. USDA Service, https://www.srs.fs.usda.gov/pubs/misc/ag_654/volume_1/tsuga/heterophylla.htm.

 

Roloff, A.; Bärtels, A. (2008): Flora der Gehölze – Bestimmung, Eigenschaften, Verwendung. Verlag Ulmer, 4. Auflage. ISBN: 978-3-8001-8246-6.

 

Schütt, P.; Schmuck, H. J.; Stimm, B. (2013): Lexikon der Baum- und Straucharten – Das Standardwerk der Forstbotanik. Nikol Verlag, 2. Auflage. ISBN: 978-3-86820-123-9.

 

Springer, S.; Frischbier, N.; Binder, F. (2019): Heute schon für morgen testen. LWF aktuell 123, S. 14-18.