Schuppenrinden-Hickory (Carya ovata)

Alles von der Pflanzung über die Pflege bis hin zum Holz!


Schuppenrinden-Hickory (Carya ovata) für 10-2021

 

Carya ovata
Herkunft: ohne

Qualität: 2-jährig 1/1 im Container 

Größe:
Versand: 05.10.2021/ oder Absprache

 

ab 5,49€ je Pflanze
 

149,85 €

  • 7 kg
  • leider ausverkauft


Kurz und knapp

  • Neben C. glabra wichtigste wirtschaftliche Hickory-Nuss im Osten Nordamerikas, als sehr standortstolerant gilt und sowohl in wärmeren als auch in kälteren Regionen gedeihen kann (von Ost-Kanada bis Nordost-Mexiko) 
  • Auch Schindelborkige Hickorynuss genannt; Essbare Früchte, schindelartig, in Längsstreifen abblätternde Rinde (Name!) und prächtige Blüten machen ihn unter anderem zum attraktiven Zierbaum 
  • In der Jugend langsam wachsend und schattentolerant, später Klimaxbaumart in Eichen-Hickorywäldern 
  • Bevorzugt feuchte, sandig-lehmige und gut drainierte Böden, sind aber vergleichsweise anspruchslos was die Nährstoffversorgung anbelangt 
  • In seiner Heimat ein zähes, geschätztes, aber wenig dauerhaftes Bauholz; wird für die Herstellung von Möbeln, Werkzeugstielen und Sportgeräten verwendet 
  • Einzelne Versuchsanbauten als Alternative zur Esche (Fraxinus excelsior) in Mitteleuropa mit bisher nur befriedigendem Wachstum (besonders in der Jugendphase)

Vorteile:

+ wächst auf sehr nassen Böden

+ sehr klimarobust und unempfindlich gegenüber Frost und Trockenheit

+ wirtschaftlich gefragtes Holz

+ sehr schmackhafte Nussfrüchte

 

Nachteile:

- benötigt für ein gutes Wachstum nährstoffreiche Standorte

- hoher Pflegeaufwand u.a. durch Verbissgefährdung

- langsames Wachstum und hoher Platzbedarf



Schuppenrinden-Hickory - Steckbrief

Wuchs

Aussehen (Habitus)

Gerader Stamm mit aufrechter pyramidenförmiger und schmaler Krone, graue bis braune Borke spreizt sich im Alter in schindelartigen Platten ab (Name!)

Höhe 25 - 45 m
Durchmesser (BHD) 0,3 – 0,9 (1,2) m

Wuchstempo

Mäßig (in der Jugend langsam)
Wurzelsystem Pfahlwurzler (sehr tiefreichend, im Alter sehr weitreichend)
Lebenserwartung   350 Jahre
Hiebreife 130 – 140 Jahre

Standort

Verbreitung Nordöstliches Nordamerika bis in die Bergregionen Mexikos
Boden Feucht bis nass, basisch, tiefgründig, durchlässig, lehmig-tonig
pH-Wert 6 - 8
Nährstoffbedarf mäßig - hoch
Wasserbedarf hoch
Lichtbedarf hoch (in der Jugend schattentolerant)
Jahrestemperatur (Ø) 4 – 20 °C
Trockenheitstoleranz hoch
Staunässetoleranz mäßig – hoch
Frosthärte hoch

Pflanzung

Pflanztermin Herbst
Pflanzabstand 3 x 3 m; 4,5 x 4,5 m; 6 x 6 m
Verbiss

mäßig - hoch

Konkurrenzkraft

niedrig

Holz

Aussehen Kern hell- bis rötlichbraun, gelber Splint, deutliche Jahrringstruktur
Rohdichte 700 – 880 kg/m³
Besonderheit

Sehr hart und fest

Verwendung

Bauholz, Möbel, Werkzeugstiele, Sportgeräte, Schlagzeugsticks, Räucherholz

Blatt

Form Gefiedert, Blättchen eiförmig bis elliptisch, zugespitzt, gesägt
Größe 20 – 40 cm lang
Herbstfärbung

Goldgelb

Laub

Sommergrün

Blütenstand

Form Lange Kätzchen mit kleinen Blüten in dichten Büscheln
Farbe gelbgrün bis grün-braun
Größe

Kätzchen 10 - 15 cm lang

Blütezeit

März - Mai

Frucht

Form Kugelig bis elliptisch
Farbe Weißlich bis hellgrün-bräunlich
Größe 2,5 – 4 cm lang, 0,4 – 1,5 cm dick
Reife August - Oktober
Essbar genießbar (süß)

Beschreibung

Die Gattung der Hickory-Arten (Carya) war vor der letzten Eiszeit mit einigen Vertretern auch in Europa heimisch. Heute decken sie von Mexiko bis zum südlichen Teil Kanadas zahlreiche verschiedene Standorte ab und gelten als wichtige Wirtschaftsbaumarten in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die winterharten Hickories werden im Zuge des Klimawandels und der Wiederbepflanzung ehemaliger Eschenstandorte auch in Deutschland relevanter. Der Schuppenrinden-Hickory, auch Schindelborkiger Hickory genannt, ist ein Vertreter, welcher neben seiner Standortseignung auch ein geschätztes Holz liefern kann. Carya ovata ist neben Carya glabra (Spottnuss) und Carya illinoinensis (Pekannuss) die wirtschaftlich wichtigste Hickory-Art in Nordamerika und dort auch am weitesten verbreitet. Anbauerfahrungen in Europa existieren kaum, vereinzelt findet man die Hickories in Stadtwäldern und botanischen Gärten.

 

Auf optimalen Standorten erreicht er annähernd die Wuchsleistung von Esche und Traubeneiche, wird 20 – 30, maximal 40 m hoch, 0,3 – 0,6 m stark und erreicht ein Alter von über 350 Jahre.

 

Potenzielle Rolle im Klimawandel

 

Das sehr große Verbreitungsgebiet des Schuppenrinden-Hickory spricht für die sehr gute Anpassungsfähigkeit an verschiedene klimatische Bedingungen. Zwar stellt er etwas höhere Nährstoffansprüche an den Boden, ist jedoch prädestiniert für tonige, wechselfeuchte bis nasse, grundwasserbeeinflusste Standorte wie zum Beispiel Auwälder. Eine typische heimische Baumart dieses Waldtyps ist die Esche, dessen Bestand tragischerweise durch das Eschentriebsterben stark zurückgeht. Eine klimarobuste Alternative wie der Hickory können sowohl diese Standorte wieder besiedeln als auch einen passenden Ersatz für das wertvolle Eschenholz darbieten.

 

Neben dem Holz bietet der Schuppenrinden-Hickory noch große Nüsse, welche sowohl für Mensch als auch für Tier (besonders für Wildschweine) als Delikatesse gelten.

 

Ökologie & Standort

Bevorzugt werden basische, feuchte bis nasse, lehmig-tonige und tiefgründige Böden mit einer guten Nährstoffversorgung, gedeiht aber auf fruchtbaren Böden auch auf sonnenexponierten, trockenen Hängen. In der Jugend ist besonders das sehr langsame Wachstum charakteristisch für die Hickory-Arten, da sie in den ersten Jahren zunächst eine kräftige Pfahlwurzel ausbilden, welche in den ersten drei Jahren 0,3 – 0,9 m tief wächst.

 

C. ovata ist im Anfangsstadium relativ schattentolerant, benötigt für ein schnelleres Wachstum mit fortschreitender Zeit aber immer mehr Licht. Unter Schirm gilt C. ovata als fähig, mehrere Jahre lang auszuharren und nach einer Freistellung schnell und ohne große Einbußen in der Wuchsleistung zu reagieren. 

 

Schadfaktoren

Im natürlichen Herkunftsgebiet befallen vielerlei Schadorganismen den Hickory, wenige davon wirken pathogen. Einige Virus-Typen, welche von saugenden Insekten übertragen werden, können sich tödlich auf die Pflanze auswirken.

 

Im der Jugendphase muss der Baum vor Verbiss geschützt werden. Er reagiert besonders empfindlich auf Wurzelschäden durch Nagetiere. Gegen Sturm, Frost oder Trockenheit zeigt er sich sehr robust.

 

Waldbauliche Behandlungsempfehlung

In Nordamerika werden im Bestand individuelle Pflanzverbände, jedoch weite Abstände zwischen 4,5 und 6 m empfohlen. Auf kleineren Flächen (Schad- oder Ausfallfächen) können kürzere Pflanzabstände von ca. 3 m gewählt werden. Hickory-Arten erreichen nach durchschnittlich 130 – 150 Jahren die Hiebsreife.

 

In Nordamerika kommen sie als Mischbaumart fast ausschließlich in lichteren Laubmischwäldern vor und sind dort mit verschiedenen Eichen- und Ahornarten und dem Tulpenbaum vergesellschaftet.

 

Holzeigenschaften und Verwendung

Das zähe, schwere und sehr harte Holz besitzt einen hell bis leichtrötlich-braunen, matt glänzenden Kern, welcher vom gelben Splint klar abgesetzt ist. Als Ring- bis Halbringporer besitzt eines klare Struktur. Das hohe Gewicht schlägt sich im ungleichem Quell- und Schwindverhalten nieder, was eine Trocknung kompliziert macht. Zwar ist es nur wenig dauerhaft, wird in Nordamerika aber aufgrund der sehr guten Festigkeitseigenschaften als Bau- und Konstruktionsholz genutzt. Neben der Verwendung für Möbel und Fußböden ist es besonders bekannt als Spezialholz für Werkzeugstiele, Sportgeräte, Schlagzeugssticks und als traditionelles Räucherholz für Fleisch und Fisch kaum zu ersetzen.



Bilder



Quellen

GD-Holz (2020): Hickory – Holz-ABC. https://www.gdholz.net/holz-abc/hickory.html.

 

Graney, D. L. (2020): Carya ovata (Mill.) K. Koch - Shagbark Hickory. USDA Service, https://www.srs.fs.usda.gov/pubs/misc/ag_654/volume_2/carya/ovata.htm.

 

Mettendorf, B. (2016): Eingeführte Baumarten als Alternative zur Esche. AFZ-DerWald 08/2016, S. 13-17.

 

Roloff, A.; Bärtels, A. (2008): Flora der Gehölze – Bestimmung, Eigenschaften, Verwendung. Verlag Ulmer, 4. Auflage. ISBN: 978-3-8001-8246-6.

 

Schütt, P.; Schmuck, H. J.; Stimm, B. (2013): Lexikon der Baum- und Straucharten – Das Standardwerk der Forstbotanik. Nikol Verlag, 2. Auflage. ISBN: 978-3-86820-123-9.