Der Klimabaum

Warum wird der Blauglockenbaum (Paulownia) auch als Klimabaum bezeichnet? 

 

Neben seiner Pracht gehört der Blauglockenbaum zu den am schnellsten wachsenden Bäumen der Erde und bindet in 20 Jahren 46 Mal so viel CO2 wie eine deutsche Eiche. Aufgrund seiner Trockentoleranz und Unempfindlichkeit gegenüber Schädlingen gilt der Blauglockenbaum als Baum der Zukunft und wird auch vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) als bienenfreundliche Baumart empfohlen. 

 

Allein mit der Reduktion von CO2 kann der Klimawandel allerdings nicht aufgehalten werden, hier bedarf es zusätzlich der Anpflanzung von sehr vielen Bäumen und Pflanzen, denn nur diese sind in der Lage CO2 zu absorbieren und Sauerstoff freizugeben. In 20 Jahren bindet der Blauglockenbaum bis zu 1.197 kg CO2, eine deutsche Eiche dagegen nur 26 kg. Buchen und Eichen sind schöne und wichtige Bäume, aber mit ihrer Anpflanzung allein erreichen wir leider nicht die CO2 Absorbtion die wir mit schnellwachsenden Bäumen wie der Paulownia erreichen könnten. (weiter unten erfahren Sie wie sich der CO2 Anteil bei Bäumen berechent. 

 

Unser Ziel ist es stabile Mischwaldbestände zu begründen in denen auch die Paulownia eine bedeutende Rolle spielt, aus diesem Grund haben wir das Konzept ForstPLus entwickelt. Mit diesem Konzept lässt sich die Biodiversität, der Rohstoffertrag und die CO2 Bindung einer Waldfläche erheblich steigern. Denn ein höherer Rohstoffertrag pro Hektar führt dazu, dass wir noch mehr auf nachwachsende Rohstoffe setzen können und nicht mehr die Wälder anderer Länder abholzen müssen.   

Erfahren Sie mehr unter: ForstPlus - Wald der Zukunft -> 

 

Jeder kann den Klimabaum pflanzen, ob als Stadtbaum, prächtigen Zierbaum im eigenen Garten oder als Feldrandbepflanzung auf Grünland und Ackerlandflächen, überall besticht er durch sein äußeres und jeder einzelne Baum hilft dabei unseren Klimazielen ein Stück näher zu kommen.

Siehe auch GrünlandPlus - Große Vielfalt, starke Erträge -> 

 

GRAFIK DER KLIMABAUM

 

Die Blätter der Paulownia 

 

Die Blätter der Paulownia sind das Kraftwerk des Baumes und sorgen für das schnelle Wachstum. Sie könnten als Futtermittel verwendet werden, allerdings ist ihre Ernte unwirtschaftlich und so verbleiben sie bestenfalls auf der Fläche, wo sie innerhalb weniger Monate verroten und den Boden verbessern.

 

Schattenspender

Die bis zu 1 Meter großen Blätter, kombiniert mit der fulminanten Krone, bieten beste Voraussetzung für ein schattiges Plätzchen. Steht der Baum noch dazu in Blüte, kann man sich am emsigen Treiben der Bienen erfreuen. Besonders in der Stadt heizen sich Bürgersteig und Hausfassaden schnell auf und erwärmen so das Stadtklima. Hier sorgt der Klimabaum schnell für Beschattung und einer Verbesserung des Stadtklimas. 

 

Humusanreicherung

Im Herbst ist es zu empfehlen die Blätter nicht aufzuräumen. Denn der hohe Stickstoffgehalt lässt die Blätter sehr schnell verrotten und bietet Nahrung und Lebensraum für Bodenorganismen, die den Boden gesund halten. Auch das Wachstum im Frühjahr wird gefördert, da bis dahin die Nährstoffe aus dem Blättern wieder über die Wurzeln aufgenommen werden können.

 

 

Leichte Pflege

Hat der Baum sein Jungpflanzendasein abgeschlossen und die gewünschte Höhe des astfreien Stammes erreicht, ist die Paulownia eine sehr pflegeleichte Baumart. Wasser und Nährstoffe besorgt sich der Tiefwurzler selbst und sollten die herabgefallenen Blätter doch unerwünscht sein, lassen sich diese auf Grund der Größe einfach mit der Hand aufsammeln.

 

Schadstofffilter

Die großen Blätter der Paulownia binden viele Schadstoffe und helfen die Luftqualität zu verbessern. Sie ist daher sehr gut für die Bepflanzung in Städten und Industriegebieten geeignet.  

 



CO2 Bindung verschiedener Zierbaumarten

Innerhalb von 20 Standjahren 

 

Häufig soll mit der Pflanzung eines Baumes auch ein positiver Effekt auf die CO2 Bilanz ausgeübt werden. Doch hier ist Baum nicht gleich Baum und die Unterschiede zwischen diesen in Bezug auf ihr Potential CO2 zu binden ist gravierend. So bindet ein Blauglockenbaum (Paulownia) in 20 Jahren 46 Mal so viel CO2 wie eine Eiche und gilt zusätzlich auch als bienenfreundliche Baumart. Grund genug, sich mit dem Thema genauer zu beschäftigen.

 

I  Wie wird CO2 in Bäumen gebunden?

 

CO2 wird durch die Photosynthese in den Blättern zu Kohlenstoffverbindungen umgesetzt, aus denen sich der Baum aufbaut, bzw. von denen er lebt. Dies ist zum einen das Holz des Baumes, zum anderen ist es das Laub, die Samen und Früchte und diverse Ausscheidungen der Wurzeln. Die Gesamtstoffstrombilanz eines Baumes ist daher sehr schwer zu berechnen. Daher geht man von einem vereinfachten Modell aus, welches nur das Holz als CO2-Speicher berücksichtigt. Diese Vereinfachung ist zulässig, da der überwiegende Teil des CO2, welches im Laub, Früchten, Samen und Wurzelausscheidungen gespeichert ist, sehr rasch wieder auf Grund von Veratmung und Verrottung freigesetzt wird.

 

 

II  Wie wird der CO2 Anteil in Bäumen berechnet?

 

Die Menge des gespeicherten CO2 ist also direkt abhängig von der Masse des gebildeten Holzes. Um diese zu ermitteln, wird zunächst das aufgewachsene Holzvolumen nach 20 Jahren ermittelt. Dieses wird dann mit der mittleren Rohdichte des entsprechenden Holzes multipliziert. Daraus ergeben sich die in Tabelle 1 abgebildeten Werte. Zur Volumenberechnung wurde bei allen Baumarten vereinfacht eine Formzahl von 0,50 angesetzt. Die Formzahl ist dabei der Faktor mit dem das zylindrische Volumen (Grundfläche in Brusthöhe x Gesamthöhe des Baumes) in sein tatsächliches Volumen, welcher mehr einem Kegelspitz ähnelt umgerechnet wird. 

 

Tabelle 1

Größenparameter und gebildete Holzmasse verschiedener Zierbaumarten je Baum nach 20 Jahren. Es wurde eine Formzahl von 0,50 angenommen.

 

Baumart

Höhe
h [m]

Durchmesser
d [cm]

Volumen
V [m³]

Gewicht Holz
p(kg/m³]

Gewicht Baum
m [kg]

Paulownia

15

58

1,98

330

654

Linde

11

12

0,06

510

32

Buche

8

10

0,03

690

21

Eiche

7

6,5

0,01

670

7

 

h=Höhe des Baumes, d= Durchmesser in 1,3m Höhe, V= Volumen des Stammes,
p=Gewicht pro m³ trockenes Stammholz, m=Masse des Baumes in kg nach 20 Jahren

 

 

Um die gebundene Menge CO2 zu berechnen, muss nun der Kohlenstoffanteil im Holz bestimmt werden. Hierzu lässt sich vereinfacht der Faktor 0,5 verwenden, da im Schnitt über alle Holzarten ca. 50 % Kohlenstoff im Holz enthalten sind. Da im CO2 noch zusätzlich zu jedem Kohlenstoffatom 2 Sauerstoffatome vorkommen, müssen diese hinzugerechnet werden. Hierfür wird der Faktor 3,66 verwendet. In Tabelle 2 sind die Ergebnisse für die vier Baumarten berechnet.

 

Tabelle 2

Gebildete Holzmasse, gebundener Kohlenstoff, bzw. CO2 verschiedener Zierbaumarten je Baum nach 20 Jahren. Es wurde ein Kohlenstoffanteil von 50 % angenommen

 

Baumart

Gewicht Baum

 

m [kg]

Masse Kohlenstoff 

mC [kg]

Gebundenes

CO2
m CO2 [kg]

Paulownia

654

327

1197

Linde

32

16

58

Buche

21

11

40

Eiche

7

4

26

 

mC=Anteil Kohlenstoff im Holz, m CO2= gebundenes CO2 im Baum nach 20 Jahren.

 

Video: Forst Plus

Der Wald der Zukunft ist ein Mischwald, der mehr Vielfalt, mehr Schutz und mehr Ertrag bietet. Er bindet mehr CO2 und erweitert den Lebensraum vieler Arten, insbesondere von Bienen und anderen Bestäubern.


Video: Grünland Plus


Video: Ein Kiri Wuchsjahr


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