Riesenlebensbaum (Thuja plicata)

Riesenlebensbaum - Thuja plicata - PBS Sommerkation

 

Qualität: 2 j.v.S im QP 24

Herkunft: ohne

 

Versandtermin: 13.10.2020 oder nach individueller Abstimmung

 

Ausführliche Informationen ->

 

ab 3,47€

 

104,00 €

  • 7 kg
  • nur noch begrenzte Anzahl vorhanden
  • Versand erfolgt dienstags1

 

Kurz und knapp

 

  • Hochwachsender Baum aus den regen- und nebelreichen Pazifikküsten des amerikanischen Nordwestens
  • Häufig vergesellschaftet mit Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und Küstentanne (Abies grandis). Bildet Trupps, sehr selten Reinbestände
  • Standorttolerant und winterhart, allerdings anfällig gegen andauernde Trockenperioden im Sommer
  • Bevorzugt tiefgründige, schwach saure und feuchte Böden
  • Besitzt ansehnliches und dauerhaftes Holz, tendiert im Wuchs aber zu stärkerer Abholzigkeit

 

Beschreibung

 

Der Riesenlebensbaum ist eine Nadelbaumart des amerikanischen Nordwesten, wo sich das Herkunftsgebiet in zwei Areale aufteilt. Der westliche Teil erstreckt sich an der Pazifikküste von Alaska bis Nordkalifornien, der östliche Teil dehnt sich über die nördlichen Rocky Mountains aus. Er tritt dort sowohl im Tiefland als auch in Höhenlagen von bis zu max. 2300 m ü. NN. auf. Er wird fälschlicherweise auch als „Rotzeder“ bzw. „Western Red Cedar“ betitelt, da der Geruch den der Zedern ähnelt, sie aber der Familie der Zypressengewächse angehört und dort die eigene Gattung Thuja (Lebensbäume) bildet.

T. plicata wurde in Deutschland erstmalig 1776 als Zierbaum eingeführt. Die erste forstliche Bestandesgründung mit Thuja erfolgte 1885 in Brandenburg. Die bisherigen Anbauversuche in Mitteleuropa werden allgemein als positiv beurteilt, die Wuchsergebnisse hängen allerdings stark von den Provenienzen ab. Gut geeignet erscheinen bisher Herkünfte von der Olympischen Halbinsel, den tieferen Lagen der Westkaskaden und die Inlandsherkünfte aus British Columbia.

In seiner Heimat erreicht er beachtliche Dimensionen, Höhen von 60 m und BHDs von bis zu 6 m sind keine Seltenheit. Dort gilt er mit einem Maximalalter von 1000 Jahren als Klimaxbaumart. In Deutschland wurden bei 71-jährigen Beständen in Niedersachsen 20 – 26 m und in 100-jährigen Beständen in Brandenburg 30 – 38 m an Höhen gemessen.

 

 

Potenzielle Rolle im Klimawandel und im Wald der Zukunft

 

Der Riesenlebensbaum gilt in Fachkreisen nicht nur als anbauwürdig in den atlantisch geprägten Standorten Deutschlands, sondern durch seine sehr breite Standortsamplitude, seine Bodenpfleglichkeit und sein spezielles Wuchsverhalten auch als eine sinnvolle und vielversprechende Ergänzung für unseren Wald der Zukunft. Wie bei der Stiel- (Quercus robur) und Traubeneiche (Quercus petraea) ist sie anfällig gegenüber längere Trockenphasen, was bei der Standortswahl berücksichtigt werden sollte.

T. plicata kann als nicht invasiv eingestuft werden, da der Baum äußerst selten Reinbestände bildet, nur truppweise vorkommt und als schattentolerante Art im juvenilem Stadium sehr langsam wächst.

 

 

Ökologie und Standort

 

Als Schattenbaumart wächst der Riesenlebensbaum nur sehr langsam in der Jugendphase, nimmt aber im Alter an Wachstumsgeschwindigkeit zu und überholt in der Volumenleistung sogar die Fichte (Picea abies). T. plicata gilt als winterhart, enorm standortstolerant und deckt sowohl schwach trockene, nährstoffarme als auch feuchte, nährstoffreiche Gebiete. Er gedeiht auf flachgründigem Kalkgesteinen, Lössböden und grobkörnigen Verwitterungsböden. Des Weiteren ist der Riesenlebensbaum in seiner Heimat extremen Temperaturen und stark schwankenden Niederschlagsmengen ausgesetzt, was seine enorme Anpassungsfähigkeit weiter bekräftigt.

Optimal wächst T. plicata auf tiefen, gut drainierten, schwach sauren und vor allem feuchten Böden und zeigt dort ein sehr hohes Ertragsniveau. Auf sehr trockenen oder staunassen Böden sind die Ausfälle hoch. In Deutschland bieten sich daher atlantisch geprägte Lagen als Anbaugebiete an.

 

 

Schadfaktoren

 

Längere Dürren machen dem Riesenlebensbaum sehr zu schaffen, wenn nicht ausreichend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist. Sowohl gegenüber Frühfrost als auch gegenüber Spätfrost zeigt sich der Riesenlebensbaum empfindlich. Zudem ist er durch sein flaches und weitstreichendes Wurzelsystem windwurfgefährdet.

 

 

Waldbauliche Behandlungsempfehlung

 

Über das Wissen eines forstlichen Managements des Riesenlebensbaum besteht noch ein großer Bedarf an Forschung und Praxiserfahrungen. Die bisherigen Anbauversuche bekräftigen allerdings die Anbauwürdigkeit von T. plicata. Zudem ist sie als schattentolerante Baumart waldbaulich vielseitig einsetzbar für z. B. einen Voranbau unter Schirm zusammen mit Mischbaumarten wie Rotbuche (Fagus sylvatica), Eiche (Quercus robur ssp.) oder Roteiche (Quercus rubra). Sie könnte eine echte Alternative zu anderen Nadelholzarten wie Fichte (Picea abies) oder Douglasie (Pseudotsuga menziesii) sein.

 

 

Holzeigenschaften

 

Wie bei der Bezeichnung des Baumes fällt hier fälschlicherweise ebenfalls der Begriff „Western Red Cedar“. Das Thuja-Holz wird auch teilweise als Zedernholz gehandelt. Jedoch ist das leichte Holz des Riesenlebensbaum vergleichbar mit denen der echten Zedernholzarten und ebenso sehr dauerhaft mit einem guten Stehvermögen.

Das Holz besitzt einen dunkelrotbraunen Kern und ist sehr ansehnlich. Nicht nur in den USA wird es stark nachgefragt, auch als Importholz erfreut es sich immer mehr Beliebtheit. Es wird häufig im Außenbereich für Fassaden, Dachunterstände oder -schindeln genutzt. Im Innenbereich dient es als Verkleidung (besonders in Feuchträumen) oder für Musikinstrumente (Gitarren). 

 

 


Quellen

 

GD-Holz (2020): Western Red Cedar – Holz-ABC. https://www.gdholz.net/holz-abc/western-red-cedar.html.

Huber, G.; Storz, C. (2014): Zedern und Riesenlebensbaum – welche Herkünfte sind bei uns geeignet? LWF Wissen 74, S. 63 – 71.

Panka, S. (2014): Der Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata Donn ex D. Don) – Wuchsleistung einer bisher unterschätzten Baumart in Brandenburg. Landesbetrieb Forst Brandenburg, Forst Eberswalde.

Roloff, A.; Bärtels, A. (2008): Flora der Gehölze – Bestimmung, Eigenschaften, Verwendung. Verlag Ulmer, 4. Auflage. ISBN: 978-3-8001-8246-6.

 

 

Schütt, P.; Schmuck, H. J.; Stimm, B. (2013): Lexikon der Baum- und Straucharten – Das Standardwerk der Forstbotanik. Nikol Verlag, 2. Auflage. ISBN: 978-3-86820-123-9.