Spitzahorn (Acer platanoides)


Spitzahorn (800 04) - für 2020


Acer platanoides

Herkunft: 800 04

Qualität: 1/0 im Container 

Größe: 30-50cm

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Spitzahorn (800 04) - für 2021

 

Acer platanoides

Herkunft: 800 04

Qualität: 1/0 im Container 

Größe: 30-50cm

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Kurz und knapp

  • Seltene einheimische Ahorn-Art, welche von höheren Stickstoffeinträgen profitieren kann und trockenheitstolerant ist
  • Besitzt ein großes Verbreitungsgebiet von 150 – 1.800 m ü. NN, ist aber vornehmlich in Stadtgebieten, selten im Forst anzutreffen
  • Toleriert vielerlei Standortsbedingungen, gedeiht aber optimal auf nährstoffreichen, sehr basischen, frischen, tiefgründigen Böden
  • Insgesamt toleranter gegenüber Schadrisiken als A. pseudoplatanus und unempfindlicher gegenüber Staunässe
  • Rasches Jugendwachstum mit früher Zuwachskulmination

 


 

Beschreibung

 

Der Spitzahorn besitzt ein weites Verbreitungsspektrum, welches von Südwest- und Mitteleuropa bis zum Kaukasus und der Halbinsel Krim mit Höhen von 150 – 1.800 m ü. NN reicht. In den Wäldern Mitteleuropas ist der Spitzahorn recht selten geworden, besiedelt hier vorwiegend sommerwarme Tieflagen, Auenwaldgebiete und Mittelgebirgsregionen. In Stadtgebieten wurde er vermehrt angepflanzt, wo er sich aufgrund seiner hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber Immissionen und Krankheiten flächig ausbreiten konnte. Die besondere Eignung als Stadtbaum in der Nähe von Industriegebieten hat ihn auch in Nordamerika, Chile und Argentinien beliebt gemacht.

 

A. platanoides erreicht eine Höhe von 25 – 30 m bei einem BHD von 60 – 100 cm und einem maximalen Alter von 180 Jahren.

 

 

Potenzielle Rolle im Klimawandel und im Wald der Zukunft

 

Im Vergleich zum häufiger vorkommenden Bergahorn (Acer pseudoplatanus) ist der Spitzahorn zwar konkurrenzschwächer und wärmebedürftiger, besitzt aber eine breitere Standortsamplitude und ist hervorragend an stärker eutrophierte Böden angepasst. Hinzu kommt seine im Klimawandel immer wichtiger werdende Trockenheitstoleranz. Durch den Anstieg der Temperatur erweitert sich auch das potenzielle Anbaugebiet des Spitzahorns, welcher als wichtige Wuchsbedingung sommerwarme Lagen fordert.

 

Im Waldbau ist er als typische Halbschattenbaumart vielseitiger einzusetzen als manche Lichtbaumarten und gilt aufgrund seiner Seltenheit im deutschen Wald und seines sehr nachgefragten Holzes als anbauwürdig. Seine Streu ist leicht zersetzbar und wirkt bodenpfleglich.

 

 

Ökologie und Standort

 

Sein weites Verbreitungsgebiet spricht für eine hohe Standortsamplitude. Er zeigt unter anderem eine sehr gute Anpassung an trockene bis mäßig frische Böden, welche auch saurer oder kalkhaltiger sein können. Bevorzugt werden aber tiefgründige, gut drainierte, frische bis feuchte, nährstoff- und stickstoffreiche Böden. Hier ist die Bodenart von geringerer Bedeutung, da z. B. die Tontoleranz sehr hoch ist. Nicht toleriert werden hingegen staunassse, sehr trockene und sehr saure Böden.

 

Das wichtigste Standortsmerkmal ist die Temperatur. Der Spitzahorn ist wärmebedürftig und wächst am besten in kollinen bis submontanen Lagen im mäßig kontinentalen Klima.

 

A. platanoides bildet ein intensives Herz-Senker-Wurzelsystem aus.

 

 

Schadfaktoren:

 

Die Schadrisiken ähneln denen des Bergahorns. Sämtliche Vertreter der Gattung Acer gelten als „pilzfreundlich“ und können von einer Vielzahl von Blatt-, Rinden- und Triebkrankheiten befallen werden. Viele stellen allerdings keine ernsthafte Gefährdung dar. Es sei die Teerfleckenkrankheit, verursacht durch Rhytisma acerinum zu nennen, welche neben der Rotpustelkrankheit (Nectria cinnabarina) am häufigsten auftritt. Gefährlicher sind beispielsweise die Verticillium-Welke (Verticillium dahliae), welche bei jungen Bäumen meist tödlich endet, und die Rußrindenkrankheit (Cryptostroma corticale), welche auch für den Menschen gesundheitliche Schäden verursachen kann. Auch sollten Verbissschutzmaßnahmen berücksichtigt werden.

 

Eine wichtige Krankheit nach Stressperioden (z. B. starke Hitze) oder auf ungünstigen Standorten von A. platanoides stellt das Spitzahornsterben dar, welches in 15 – 30-jährigen Beständen auftreten und Teilschäden bis Totalausfälle verursachen kann. Die sehr komplexen Ursachen sind bis heute nicht ganz geklärt, was unter anderem an der hohen Zahl an beteiligten Pathogenen liegt.

 

Gegen abiotische Schadrisiken ist der Ahorn gut gewappnet. Er verträgt sowohl Hitze als auch Trockenheit gut, wird aber bei längeren Dürreperioden durch Stress anfällig gegenüber Schadorganismen. Er ist winter-, aber nicht sonderlich frosthart. Länger andauernde Überflutungen verträgt der Spitzahorn zwar besser als sein Verwandter A. pseudoplatanus, jedoch auch nicht sonderlich gut.

 

 

Waldbauliche Behandlungsempfehlung

 

In der Literatur sind Informationen zum Waldbau mit dem Spitzahorn relativ rar gesät, es bieten sich jedoch aufgrund der ähnlichen Wuchsdynamik und Ansprüche die gleichen Maßnahmen wie beim Bergahorn an. Bei Freistellungen und dem Management der Konkurrenzbaumarten sollte die niedrigere Konkurrenzfähigkeit im Vergleich zum Bergahorn beachtet werden.

 

  • Pflanzung bis Jungwuchs (bis 3 m Oberhöhe): Pflanzung von 1 – 3-jährigen Pflanzen (3.000 Stk./ha). Es sollte ein enger Pflanzverband gepflanzt werden, um Dichtstand und Seitendruck für ein gerades und gleichmäßiges Wachstum im schnellwüchsigen Jugendstadium zu gewährleisten. Ziel ist ein Jungbestand mit dichter Dickung, welcher in der Regel nur ein bis zwei schwache Pflegedurchgänge (Negativauslese) benötigt. Dabei werden Protzen und schlecht geformte Bäume geringelt oder geköpft, nicht entnommen, um die Dickung zu erhalten

  • Dickung (7 – 12 m Oberhöhe): Negativauslese, Erhaltung von standortgerechten Mischbaumarten zur Erhöhung biologischer Vielfalt

  • Z-Baumauswahl (12 – 18 m Oberhöhe): Auswahl der Z-Bäume nach Vitalität und Stammform. Die Z-Bäume sollten so freigestellt werden, dass zwischen den einzelnen Bäumen 12 m Regelabstand herrscht. Dies ergibt 60 - 80 Stk./ha. Der Aufbau des Z-Baumbestand sollte stufenweise erfolgen, um optimale und astfreie Wuchsformen zu erzielen und die Bildung von Wasserreisern zu verhindern (nicht mehr als zwei Bedränger entnehmen)
     
  • Hiebsreife: Wird in der Regel bei einem BHD von 55 cm erreicht

 

Eine Vergesellschaftung findet typischerweise mit Lichtbaumarten wie der Eiche (Quercus spp.), der Ulme (Ulmus spp.) und mit dienenden Baumarten (Linde, Hainbuche) statt.

 

 

Holzeigenschaften

 

Das Holz des Spitzahorns gleicht dem des Bergahorns. Im Vergleich ist es geringfügig schwerer, härter und besitzt eine leicht rötliche Färbung. Es ist nicht dauerhaft und besitzt gute Elastizitäts- und Festigkeitseigenschaften sowie eine sehr hohe Abriebfestigkeit. Es arbeitet und schwindet nur äußerst wenig, weswegen zum Beispiel das geriegelte Ahornholz gerade in der Herstellung von Streichinstrumenten hoch gehandelt wird.

 

Des Weiteren findet es zahlreich Anwendung als Furnier- und Möbelholz und im Innenausbau (z. B. Fußböden, Treppen, Türen).

 


 

Quellen

 

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (2017): Alternative Baumarten im Klimawandel: Artensteckbriefe – eine Stoffsammlung. Forst BW.


GD-Holz (2020): Ahorn – Holz-ABC. https://www.gdholz.net/holz-abc/ahorn.html.


Hessenforst (2016): Hessische Waldbaufibel – Grundsätze und Leitlinien zur naturnahen Wirtschaftsweise im hessischen Staatswald. Februar 2016, HessenForst.


Konrad, H. (2018): Das genetische Schicksal der seltenen Baumarten. Forstzeitung 6/2018: 16-17


Roloff, A.; Bärtels, A. (2008): Flora der Gehölze – Bestimmung, Eigenschaften, Verwendung. Verlag Ulmer, 4. Auflage. ISBN: 978-3-8001-8246-6.


Schütt, P.; Schmuck, H. J.; Stimm, B. (2013): Lexikon der Baum- und Straucharten – Das Standardwerk der Forstbotanik. Nikol Verlag, 2. Auflage. ISBN: 978-3-86820-123-9.


Wegmann, E. (2009): Die Bedeutung der Wasserversorgung für das Gedeihen der Waldbäume. Zürcher Wald 2/2009, 49-51.


Weißbrod, M.; Binder, F.; Aas, G.; Mosandl, R. (2014): Überflutungstoleranz von Jungpflanzen. LWF aktuell 101, S. 38 – 41.