Lärche europ. (Larix decidua)

Lärche-Europäisch (837 03) -2020


Larix decidua

Herkunft: 837 03

Qualität: 2-jährig 1/1 im Container 

Größe: 30-50cm

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Lärche Europäisch (837 03) - für 2021

 

Larix decidua

Herkunft: 837 03

Qualität: 2-jährig 1/1 im Container 

Größe: 30-50cm

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Kurz und Knapp

  • Wichtige Wirtschaftsbaumart in Mitteleuropa
  • Benötigt lichtexponierte Lagen (typische Lichtbaumart der Gebirgsareale) mit frischem, tiefgründigem Boden und wächst bis zur Waldgrenze auf 2.500 m ü. NN in den Zentralalpen
  • Beachtliche Frosthärte, Schneebruch- und Sturmfestigkeit
  • Empfindlich gegenüber Trockenheit, Schirm- und Seitendruck

 

Beschreibung

 

Die europäische Lärche ist eine hier heimische, winterkahle Nadelbaumart der kollinen bis montanen Waldregionen und zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsbaumarten Mitteleuropas. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet gliedert sich seit der letzten Eiszeit in vier größere, voneinander isolierte Teilareale (Alpen, Wienerwald, Hohe Tatra und Polen) und mehrere kleinere Refugien. Dadurch entstanden vier Klimarassen der europäischen Lärche, wovon die Alpenlärche den größten Bestand vorweisen kann. Hier in den montanen bis subalpinen Lagen bis 2.500 m ü. NN zeigt sie auch den besten Wuchs und eine hohe Vitalität. Heute wird die Lärche auch in planar-kollinen Gebieten und im Tiefland verstärkt angebaut.

 

Unter optimalen Bedingungen wird die europäische Lärche 500 Jahre alt und erreicht Dimensionen von 50m Höhe und 1m Stärke.

 

 

Potenzielle Rolle im Klimawandel und im Wald der Zukunft

 

Durch ihre moderate Toleranz gegenüber Trockenheit und kalkhaltigen, nährstoffarmen Böden und ihrem Pioniercharakter wird ihre Bedeutung als „Klimabaumart“ potenziell noch weiter zunehmen. Hierzu bietet die Lärche auf optimalen Standorten durch ihr tiefgründiges Wurzelsystem und ihre gute Feindurchwurzelung eine hervorragende Feinerschließung des Bodens, sodass anspruchsvollere Baumarten die Möglichkeit erhalten sich anzusiedeln.

 

 

Ökologie und Standort

 

Als Pionierbaumart ist sie ausgesprochen lichtbedürftig und meidet schattige Standorte mit seitlichem Konkurrenzdruck. Diese Faktoren bestimmen auch hauptsächlich die Wuchsleistung der Lärche, welche im Jungwuchsstadium einen starken Höhenwuchs vorweist.

 

Daher gedeiht sie optimalerweise auf sehr lichtexponierten und sommerwarmen Lagen, besonders auf Südhängen oder Plateaus. Als Standort favorisiert sie frische, nährstoffreiche, lehmig-tonige und tiefgründige Böden, welche eine hohe Wasserhaltekraft vorweisen. Sie kann aber auch nährstoff- und humusarme und sowohl sehr saure als auch sehr basische Böden besiedeln und bildet unabhängig vom Ausgangsgestein ihr intensives Herzwurzelsystem aus. Flachgründige, staunasse und nährstoffarme Sanden werden gemieden. In kontinentalen Tieflandgebieten auf atlantisch geprägten und spätfrostgefährdeten Lagen sowie im kalt-feuchten Bergland versagt sie ebenfalls.

 

Sollte die Lichtversorgung stimmen, verträgt sie zeitweise hochsommerliche Hitze und Trockenheit sowie längere Perioden stärkeren Niederschlags und sehr tiefe Temperaturen (bis -40 °C).

 

 

Schadfaktoren

 

Außerhalb ihrer natürlichen Verbreitungsgebiete und besonders auf den bereits erwähnten ungeeigneten Lagen treten bei der Lärche vermehrt biotische und abiotische Schädigungen auf. Besonders häufig sind Schäden durch Spätfrost und Lärchenkrebs. Für jüngere und geschwächte Bäume kann letzterer tödlich sein. In übermäßig feuchten Arealen ist besonders für die Keimlinge das Risiko für Pilzinfektionen erhöht.

 

Auf geeigneten Standorten sowie im natürlichen Verbreitungsgebiet sind Lärchen resistent gegenüber abiotischen Schädigungen.

 

 

Waldbauliche Behandlungsempfehlung

 

Lärchenpflanzungen werden aktuell häufig auf Freiflächen begründet, da günstige Wuchsbedingungen im geschlossenen Bestand durch zu hohe Rohhumusauflagen, die Bodenvegetation und eine zu starke Überschirmung nicht gegeben sind. Begünstigt werden soll die auf Stör- oder Kalamitätsflächen ankommende Naturverjüngung. Mit Rücksicht auf die Erhaltung von Lichtbaumarten sind flächige Hiebsformen teilweise zulässig geworden. Für eine erfolgreiche Entwicklung der Jungpflanzen bietet sich die Pflanzung von 3-jährigen Vorschulpflanzen an, um einen Vorsprung im Höhenwachstum gegenüber anderen Mischbaumarten und der Begleitvegetation zu gewährleisten.

 

Behandlungsempfehlung:

  • Jungwuchsstadium (bis 3 m Oberhöhe): Schirmstellungen durch andere Pionierhölzer (z. B. Birke, Pappel) vermeiden

  • Dickung (bis 10 m Oberhöhe): Negativauslese, vorwüchsige Lärchen erhalten und intraspezifische Konkurrenzssituation fördern. Bei sehr hohen Stammzahlen auf max. 150 Stk./ha reduzieren, um die Kronen freizuhalten

  • Läuterung (ab 10 m Oberhöhe): Erschließungssystem anlegen, Z-Baum-Auswahl (Kronenfreistellung), später Wertästung (auf 6 m) mit 2 – 3 Eingriffen pro Jahrzehnt; Pflege Sicherung von geeigneten Mischungsanteilen

  • Hiebsreife: Die europäische Lärche ist ab einem BHD von ca. 65 cm hiebsreif

 

Als häufigste Mischbaumart ist die Rotbuche (Fagus sylvatica) zu nennen, welche in Mischbestände mit der Lärche gruppenweise beigemischt wird und als Unterstand dienen soll, um durch ihre Bodenbeschattung das Aufkommen der Konkurrenzvegetation zu unterdrücken. Frische Kiefernstandorte eignen sich auch gut für eine erfolgreiche Entwicklung der Lärche. Schlechte Wuchserfolge zeigen sich in der Mischung mit der Fichte (Picea abies), welche die Lärche seitlich bedrängt. Die Situation kann durch eine frühzeitige Freistellung der Lärche etwas verbessert werden.

 

 

Holzeigenschaften

 

Das Holz besitzt einen vom Splint farblich abgesetzten, rötlich bis orangebraunen Kern. Es ist mäßig dauerhaft, sehr hart, aber gut bearbeitbar.

 

Die Bedeutung des Lärchenholzes nimmt in der deutschen Holzwirtschaft, vor allem als Austauschholz für Tropenhölzer im Garten- und Landschaftsbau immer mehr zu. Da der Waldflächenanteil der europäischen Lärche in Deutschland allerdings nur ca. 3 % beträgt und somit den Bedarf nicht decken kann, wird aktuell das meiste Lärchenholz aus Sibirien importiert (Larix sibirica), welches als qualitativ hochwertiger gilt, da das Holz engringiger und astfreier und somit für tragende Zwecke besser geeignet ist.

 

Das Holz der Lärche ist ein vielseitige verwendbares Konstruktionsvollholz für Innen- und Außenanwendung, Möbel- und Fensterbau und Fußböden.

 


 

Quellen

 

Bayrische Forstverwaltung für Wald und Forstwirtschaft (2019): Praxishilfe – Klima, Boden, Baumartenwahl. Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan. LWF Wissen.

 

Erlbeck, R.; Haseder, I.; Stinglwagner, G. (2016): Das Kosmos Wald- und Forstlexikon. Verlag Kosmos, 6. Auflage. ISBN: 978-3-440-15219-5.

 

GD-Holz (2020). Lärche – Holz-ABC. https://www.gdholz.net/holz-abc/laerche.html.

 

Hessenforst (2016): Hessische Waldbaufibel – Grundsätze und Leitlinien zur naturnahen Wirtschaftsweise im hessischen Staatswald. Februar 2016, HessenForst.

 

Niedersächsische Landesforsten (2019): Klimaangepasste Baumartenwahl in den Niedersächsischen Landesforsten. Aus dem Walde – Schriftreihe Waldentwicklung in Niedersachsen, Heft 61. Niedersächsische Landesforsten, NW-FVA Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt.

 

Schütt, P.; Schmuck, H. J.; Stimm, B. (2013): Lexikon der Baum- und Straucharten – Das Standardwerk der Forstbotanik. Nikol Verlag, 2. Auflage. ISBN: 978-3-86820-123-9.

 

Universität Göttingen (2020): Larix decidua – Europäische Lärche – Standort im Forstbotanischen Garten: Quartier der Nadelgehölze. https://www.uni-goettingen.de/de/larix+decidua+/+europ%c3%a4ische+l%c3%a4rche/101586.html.