Hybridlärche (Larix x eurolepis)


Hybridlärche (838 00)- 2020


Larix x eurolepsis

Herkunft: 838 00

Qualität: 2-jährig 1/1 im Container 

Größe: 30-50cm

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Hybridlärche (838 00) - für 2021

 

Larix x eurolepsis

Herkunft: 838 00

Qualität: 2-jährig 1/1 im Container 

Größe: 30-50cm

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Kurz und knapp

  • Ursprünglich natürlich entstandener Hybrid der Europäischen Lärche (Larix decidua) und der Japanischen Lärche (Larix kaempferi), welcher in Zuge mehrerer aktueller Forschungsprojekte in zahlreichen Versuchsanbauten in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern untersucht wird
  • Ist den reinen Arten bisher in Vitalität und vor allem in der Wüchsigkeit deutlich überlegen
  • Benötigt lichtexponierte Lagen (typische Lichtbaumart der Gebirgsareale) mit frischem, tiefgründigem Boden und wächst bis zur Waldgrenze auf 2.500 m ü. NN in den Zentralalpen
  • Beachtliche Frosthärte, Schneebruch- und Sturmfestigkeit
  • Deutlich weniger empfindlich gegenüber Trockenheit als die natürlichen Larix-Arten

 

Beschreibung

 

Die ersten natürlichen Kreuzungen der Hybridlärche entstanden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts im schottischen Hochland (Dunkeld Estate). Seitdem wird die Hybridlärche gezielt gezüchtet und erhält in den letzten Jahren, auch bedingt durch den Klimawandel, immer mehr Beachtung, da sie sich deutlich raschwüchsiger und auch robuster gegenüber klimatischen Schadrisiken als ihre Mutterbaumarten zeigt.

 

Unter optimalen Bedingungen wird die Hybridlärche 500 Jahre alt und erreicht Dimensionen von 50 m Höhe und mehr als 2 m Stärke.

 

 

Potenzielle Rolle im Klimawandel und im Wald der Zukunft

 

Durch ihre enorme Raschwüchsigkeit und ihre hohe Toleranz gegenüber Trockenheit und kalkhaltigen, nährstoffarmen Böden und ihrem Pioniercharakter wird ihre Bedeutung als „Klimabaumart“ und als Alternative zu den herkömmlichen Lärchen-Arten potenziell noch weiter zunehmen. Hierzu bietet die Hybridlärche auf optimalen Standorten durch ihr tiefgründiges Wurzelsystem und ihre gute Feindurchwurzelung eine hervorragende Feinerschließung des Bodens, sodass anspruchsvollere Baumarten die Möglichkeit erhalten sich anzusiedeln.

 

 

Ökologie und Standort

 

Als Pionierbaumart ist sie ausgesprochen lichtbedürftig und meidet schattige Standorte mit seitlichem Konkurrenzdruck. Diese Faktoren bestimmen auch hauptsächlich die Wuchsleistung der Hybridlärche, welche besonders im Jungwuchsstadium einen starken Höhenwuchs vorweist.

 

Daher gedeiht sie optimalerweise auf sehr lichtexponierten und sommerwarmen Lagen, besonders auf Südhängen oder Plateaus. Als Standort favorisiert sie frische, nährstoffreiche, lehmig-tonige und tiefgründige Böden, welche eine hohe Wasserhaltekraft vorweisen. Sie kann aber auch nährstoff- und humusarme und sowohl sehr saure als auch sehr basische Böden besiedeln und bildet unabhängig vom Ausgangsgestein ihr intensives Herzwurzelsystem aus. Flachgründige, staunasse und nährstoffarme Sanden werden gemieden. In kontinentalen Tieflandgebieten auf atlantisch geprägten und spätfrostgefährdeten Lagen sowie im kalt-feuchten Bergland versagt sie ebenfalls.

 

Sollte die Lichtversorgung stimmen, verträgt sie hochsommerliche Hitze und Trockenheit sowie längere Perioden stärkeren Niederschlags und sehr tiefe Temperaturen (bis -40 °C).

 

 

Schadfaktoren

 

Wie bei der Europäischen Lärche können vermehrt biotische Schädigungen auftreten. Gegenüber abiotischen Schadfaktoren zeigt sich die Hybridlärche allerdings als robuster. Die potenziellen biotischen Schadrisiken sind dieselben wie bei L. decidua.

 

 

Waldbauliche Behandlungsempfehlung

 

Lärchenpflanzungen werden aktuell häufig auf Freiflächen begründet, da günstige Wuchsbedingungen im geschlossenen Bestand durch zu hohe Rohhumusauflagen, die Bodenvegetation und eine zu starke Überschirmung nicht gegeben sind. Begünstigt werden soll die auf Stör- oder Kalamitätsflächen ankommende Naturverjüngung. Mit Rücksicht auf die Erhaltung von Lichtbaumarten sind flächige Hiebsformen teilweise zulässig geworden. Für eine erfolgreiche Entwicklung der Jungpflanzen bietet sich die Pflanzung von 3-jährigen Vorschulpflanzen an, um einen Vorsprung im Höhenwachstum gegenüber anderen Mischbaumarten und der Begleitvegetation zu gewährleisten. Bisher wird der Anbau der Hybridlärche auf schlechteren bis mittleren Standorten außerhalb des Verbreitungsgebietes der Europäischen Lärche empfohlen, um hauptsächlich ungewollte Hybridisierungen zu vermeiden. Behandlungsempfehlung wie bei L. decidua:

  • Jungwuchsstadium (bis 3 m Oberhöhe): Schirmstellungen durch andere Pionierhölzer (z. B. Birke, Pappel) vermeiden
     
  • Dickung (bis 10 m Oberhöhe): Negativauslese, vorwüchsige Lärchen erhalten und intraspezifische Konkurrenzssituation fördern. Bei sehr hohen Stammzahlen auf max. 150 Stk./ha reduzieren, um die Kronen freizuhalten

  • Läuterung (ab 10 m Oberhöhe): Erschließungssystem anlegen, Z-Baum-Auswahl (Kronenfreistellung), später Wertästung (auf 6 m) mit 2 – 3 Eingriffen pro Jahrzehnt; Pflege Sicherung von geeigneten Mischungsanteilen

  • Hiebsreife: Die europäische Lärche ist ab einem BHD von ca. 65 cm hiebsreif

Als häufigste Mischbaumart ist die Rotbuche (Fagus sylvatica) zu nennen, welche in Mischbestände mit der Lärche gruppenweise beigemischt wird und als Unterstand dienen soll, um durch ihre Bodenbeschattung das Aufkommen der Konkurrenzvegetation zu unterdrücken. Frische Kiefernstandorte eignen sich auch gut für eine erfolgreiche Entwicklung der Lärche. Schlechte Wuchserfolge zeigen sich in der Mischung mit der Fichte (Picea abies), welche die Lärche seitlich bedrängt. Die Situation kann durch eine frühzeitige Freistellung der Lärche etwas verbessert werden.

 

 

Holzeigenschaften

 

Das Holz besitzt einen vom Splint farblich abgesetzten, rötlich bis orangebraunen Kern. Es ist mäßig dauerhaft, sehr hart, aber gut bearbeitbar. Aufgrund des deutlich schnelleren Wachstums von Larix x eurolepis ändert sich auch die Jahrringstruktur und damit die Früh- und Spätholzanteile des Holzes. Welche Auswirkungen die resultierenden breiteren Jahrringe auf die Holzeigenschaften haben, wird aktuell noch untersucht. Es kann eventuell von etwas schlechteren Festigkeitseigenschaften im Vergleich zum natürlichen Lärchenholz ausgegangen werden.

 

Die Bedeutung des Lärchenholzes nimmt in der deutschen Holzwirtschaft, vor allem als Austauschholz für Tropenhölzer im Garten- und Landschaftsbau immer mehr zu. Da der Waldflächenanteil der europäischen Lärche in Deutschland allerdings nur ca. 3 % beträgt und somit den Bedarf nicht decken kann, wird aktuell das meiste Lärchenholz aus Sibirien importiert (Larix sibirica), welches als qualitativ hochwertiger gilt, da das Holz engringiger und astfreier und somit für tragende Zwecke besser geeignet ist.

 

Das Holz der Lärche ist ein vielseitige verwendbares Konstruktionsvollholz für Innen- und Außenanwendung, Möbel- und Fensterbau und Fußböden.


 

Quellen

 

Bayrische Forstverwaltung für Wald und Forstwirtschaft (2019): Praxishilfe – Klima, Boden, Baumartenwahl. Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan. LWF Wissen.

 

Erlbeck, R.; Haseder, I.; Stinglwagner, G. (2016): Das Kosmos Wald- und Forstlexikon. Verlag Kosmos, 6. Auflage. ISBN: 978-3-440-15219-5.

 

GD-Holz (2020). Lärche – Holz-ABC. https://www.gdholz.net/holz-abc/laerche.html.

 

Geburek, T.; Schüler, S. (2011): Hybridlärche - eine "Baumart" mit Potenzial. BFW-Praxisinformation 25: 14 – 16.

 

Hessenforst (2016): Hessische Waldbaufibel – Grundsätze und Leitlinien zur naturnahen Wirtschaftsweise im hessischen Staatswald. Februar 2016, HessenForst.

 

Konnert, M.; Jenner, R.; Nickl, A. (2017): Forstliches Vermehrungsgut und Genetik der Europäischen Lärche. LWF-Wissen 69.

 

Niedersächsische Landesforsten (2019): Klimaangepasste Baumartenwahl in den Niedersächsischen Landesforsten. Aus dem Walde – Schriftreihe Waldentwicklung in Niedersachsen, Heft 61. Niedersächsische Landesforsten, NW-FVA Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt.

 

Schütt, P.; Schmuck, H. J.; Stimm, B. (2013): Lexikon der Baum- und Straucharten – Das Standardwerk der Forstbotanik. Nikol Verlag, 2. Auflage. ISBN: 978-3-86820-123-9.

 

Universität Göttingen (2020): Larix decidua – Europäische Lärche – Standort im Forstbotanischen Garten: Quartier der Nadelgehölze. https://www.uni-goettingen.de/de/larix+decidua+/+europ%c3%a4ische+l%c3%a4rche/101586.html.